02:59 11 Dezember 2017
SNA Radio
    Nigel Farage im EU-Parlament nach dem Brexit-Votum

    Farage weist einem Zeit-Reporter die Tür - wegen Fragen nach Kontakten mit Assange

    © REUTERS/ Eric Vidal
    Politik
    Zum Kurzlink
    0 794

    Der ehemalige Leiter der britischen Unabhängigkeitspartei (UKIP) und Europaparlamentarier, Nigel Farage, hat den Korrespondenten der deutschen Zeitung „Zeit Online“, der ihn nach seinen Kontakten mit dem WikiLeaks-Gründer Julian Assange und mit Russland ausgefragt hatte, laut britischen Medien hinausgejagt.

    Auf die Frage nach dem Ziel seines kürzlichen Besuchs in der ecuadorianischen Botschaft in London, wo er sich mit Assange getroffen hat, sagte Farage, sein Besuch sei mit Journalistik verbunden gewesen. „Das geht Sie jedenfalls nichts an. Das war ein privates Treffen“, so Farage.

    Weitere Fragen galten der Finanzierung der Kampagne für den EU-Austritt Großbritanniens. Darauf sagte der Politiker: „Wir haben kein Geld von Russland bekommen. Das ist einfach zum Lachen. Das, was Sie sagen, ist eine Verschwörungstheorie. Ich habe von Russland keinen Penny bekommen. Ich hätte auch nie Geld angenommen, selbst wenn es mir angeboten worden wäre. Diese Kampagne wurde nicht des Geldes wegen durchgeführt. Diese Kampagne hatte eine klare, deutliche Ansage.“

    Auf die Frage, ob er bei seinen Bemühungen um die „Zerstörung der EU“ eine „Aufgabe Russlands“ erfüllt habe, sagte Farage: „Ich will, dass die EU zerstört wird – egal, ob das auch der Herrgott oder Dalai Lama wollen.“

    Dann räumte der ehemalige UKIP-Chef ein, er habe Honorare für seine Teilnahme an Sendungen des russischen TV-Senders RT bekommen.

    Gefragt nach seinem Treffen 2013 mit dem damaligen Vize-Außenminister Russlands und heutigen russischen Botschafter in London, Alexander Jakowenko, antwortete Farage zunächst verneinend. Dann sagte er plötzlich: „Na und wenn schon!“  Er fügte hinzu: „Kein einziger Journalist in der Welt hat solche Fragen an mich gestellt.“

    Farages Pressesprecher hatte dreimal versucht, das Interview zu unterbrechen, und empfahl schließlich seinem Chef, dies zu tun. Dem Journalisten wurde letztlich die Tür gewiesen.

    Zum Thema:

    Nigel Farage lüftet „Brexit-Erfolgsgeheimnis“
    Brexit-Votum: Farage geht auch – Netz kann nur spotten
    "Brexit erreicht" - Ukip-Chef Nigel Farage tritt zurück
    Tags:
    Kontakte, Interview, RT, WikiLeaks, Nigel Farage, Julian Assange, Alexander Jakowenko, Großbritannien