21:48 09 Dezember 2019
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    Bundeswehr-Soldaten am Fliegerhorst im oberbayerischen Penzing (Archivbild)

    MAD warnt vor überzogenen Erwartungen bei Sicherheitsüberprüfungen

    © AP Photo / Jan Pitman
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    Der Militärische Abschirmdienst (MAD) hat in der Debatte über Rechtsextremismus in der Bundeswehr davor gewarnt, die im Sommer beginnenden Sicherheitsüberprüfungen für neue Rekruten zu überschätzen. Das meldet die Agentur dpa unter Berufung auf ein Interview von MAD-Präsident Christof Gramm dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

    Bei einer Überprüfung der Stufe eins könne nicht tief in die Köpfe hineingeschaut werden. „Ein Mann wie Franco A., der keinerlei Vorstrafen hatte, wäre allein durch eine solche Überprüfung vermutlich nicht aufgefallen“, sagte Gramm.

    Der MAD wird ab Juli jeden Bewerber für eine Soldatenlaufbahn durchleuchten, um Extremisten von der Truppe fernzuhalten. Bisher müssen Rekruten lediglich ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen und sich zum Grundgesetz bekennen.

    Sein Dienst müsse „insbesondere mehr in der Prävention tun und möglichst vor die Welle kommen“, sagte Gramm. Zukünftig wolle der MAD Kommandeure und Soldaten besser aufklären, wie man schon den Beginn einer Radikalisierung erkenne.

    „Niemand wird als Extremist geboren, es ist immer ein Prozess“, sagte Gramm und fügte hinzu: „Wir als MAD müssen der Truppe helfen, die Anfänge dieser Prozesse besser zu erkennen.“

    Gramm betonte, der MAD dürfe sich nach den aktuellen Festnahmen nicht „der Illusion eines Einzelfalls“ hingeben: „Der Fall Franco A. gibt Anlass zur Sorge, dass ein Dunkelfeld besteht, das wir bisher nicht entdeckt haben.“ Derzeit bekomme der Dienst „eine ganze Fülle von Meldungen“, in der Truppe habe es nach der Entdeckung der rechten Zelle offensichtlich einen Sensibilitätsschub gegeben.

     

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