04:43 22 November 2019
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    Silvio Berlusconi

    Warum Berlusconi in Russland notwendigen Partner des Westens sieht

    © AFP 2019 / Giuseppe Cacace
    Politik
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    Der Expremier Italiens Silvio Berlusconi hat Russland keinen Gegner, sondern einen notwendigen Partner des Westens genannt. Dies erklärte er in einem Interview für die in Rom erscheinende Zeitung Il Messaggero, das am Sonntag veröffentlicht wurde.

    „Russland – das ist kein Gegner, sondern ein notwendiger Partner, der ein Teil des Westens ist. Das heißt nicht, dass alle Aspekte der russischen Politik geteilt werden müssen. In der ukrainischen Geschichte sind die Russen in vielem im Recht, in Syrien leisten sie einen Beitrag zur Stabilisierung, aber sie würden einen Fehler begehen, wenn sie beispielsweise einen unerlaubten Druck auf die baltischen Länder ausüben würden“, erklärte der Politiker gegenüber dem Blatt.

    Wie er ferner sagte, sei der Kalte Krieg „dank uns im Jahr 2002 zu Ende gegangen, und nach dem Zusammenbruch des Kommunismus ist Russland ein freundschaftliches Land und kein globaler Antagonist. Die vernünftigsten westlichen Spitzenpolitiker legen sich endlich darüber Rechnung ab.“
    Auf den G7-Gipfel eingehend, der am 26. und 27. Mai in Taormina auf Sizilien stattfinden soll, merkte Berlusconi an, dass die Spitzenpolitiker der westlichen Länder allein heute nicht in der Lage wären, Antworten auf die Herausforderungen der Neuzeit zu finden.
    Laut Berlusconi hätte man eine Nichtteilnahme Russlands an diesem Gipfel vermeiden können und auch müssen, alle strittigen Fragen sollten gemeinsam konstruktiv erörtert werden.

    „Der Westen kann nicht mehr selbst auf die Herausforderungen reagieren, ohne das globale System in Betracht zu ziehen, in dem die prinzipiellen Akteure – Russland, China, die neuen ‚asiatischen Tiger‘, die nichtextremistischen arabischen Länder – ein Teil des globalen Systems der Sicherheit und Entwicklung sind“, erklärte er.

    Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen hatten sich infolge der Situation auf der Krim und in der Ukraine verschlechtert. Das Forum der führenden Wirtschaftsmächte war seit 1998 eine G8. Doch im Jahr 2014 entschieden die westlichen Mitglieder dieses Klubs, nicht zum G8-Gipfel in die russische Schwarzmeerstadt Sotschi zu kommen und ihr Treffen stattdessen ohne Russland in Brüssel durchzuführen. Die Teilnehmer der G7 erklärten damals, nicht gemeinsam mit Russland tagen zu wollen, solange Moskau seine Krim-Politik nicht geändert habe.

    Wie Russlands Außenminister Sergej Lawrow zuvor erklärte, unternehme Moskau keinerlei Schritt zu einer Rückkehr in die G8 und werde dies auch nicht tun. Er sagte, die westlichen Partner „überreden einander bereits, dass Russland in die G8 zurückgeholt werden müsse“.

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    Tags:
    G8, Sergej Lawrow, Silvio Berlusconi, Italien, Syrien, Moskau, Ukraine, Rom, Russland