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    Donald Trump grüßt Recep Tayyip Erdogan vor dem Weißen Haus

    Kühle Stimmung: Waffen für Kurden und Erdogans Misserfolg bei Trump

    © REUTERS / Joshua Roberts
    Politik
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    Die USA wollen in Syrien kurdische Milizen bewaffnen, die die Türkei für terroristisch hält. Kommt es darum nun zu einem Bruch zwischen Washington und Ankara? Die russische Onlinezeitung Lenta.ru beschäftigt sich mit dem Thema.

    Im Hinblick auf den jüngsten USA-Besuch von Recep Tayyip Erdogan kommentiert lenta.ru: „Der türkische Präsident ist praktisch mit leeren Händen heimgekehrt. Es gelang ihm in keiner wichtigen Frage, Zugeständnisse zu erzielen. Was für Erdogan wohl am unangenehmsten war, er konnte Donald Trump nicht dazu bewegen, auf Militärtechnik-Lieferungen für die in Syrien kämpfenden Kurden zu verzichten.“

    Auf der Agenda stehe derzeit auch weiter die Befreiung der IS-Hochburg Rakka. Die Regierung in Washington wolle dabei auf die rund 50.000 Mann starken Demokratischen Kräfte Syriens setzen, bei denen kurdische YPG-Milizen mehr als die Hälfte ausmachen. Es sei geplant, diese Kräfte mit 120-Millimeter-Granatwerfern, Maschinengewehren und leicht gepanzerten Fahrzeugen zu versorgen.

    In Ankara habe diese Entscheidung Unzufriedenheit ausgelöst. Der türkische Vizepremier Nurettin Canikli sagte:

    „Wenn terroristische Organisationen, die die Zukunft des türkischen Staates bedrohen, in der Koalition präsent sind, können wir damit nicht einverstanden sein. Hoffentlich wird die US-Administration ihre Entscheidung ändern.“

    Letztendlich beschloss die türkische Regierung, auf eine Teilnahme am geplanten Sturm auf Rakka zu verzichten. Laufen all diese Differenzen nun auf einen Konflikt zwischen Washington und Ankara hinaus?

    Richard Weitz, Direktor des Center for Political-Military Analysis am Hudson Institute, prognostiziert, dass beide Länder alles Mögliche tun würden, um ihre Allianz aufrechtzuerhalten.

    „Es war immer so. Während des Kalten Krieges hatten die Türkei und die USA keine Einigung in Bezug auf Zypern und auf manche weitere Fragen, zogen es aber vor, sich auf die sowjetische Bedrohung zu konzentrieren. Trotz ihrer Syrien-Differenzen wäre es für sie nun geopolitisch günstiger zusammenzuhalten“, sagte Weitz der russischen Onlinezeitung.

    Der türkische Politik-Experte Serkan Demirtaş stimmte ihm zu: „Die Türkei hat zwar ihre Unzufriedenheit offen zum Ausdruck gebracht, weil die USA keinen Bruch mit den YPG wollen, betonte jedoch, dass die Beziehungen mit Washington vielfältig und sehr wichtig seien. Außerdem versprachen die USA, dass die YPG nicht das arabische Rakka kontrollieren werden.“

    Laut Demirtaş beteuerte die US-Regierung den Türken, dass sie sich für eine territoriale Integrität Syriens einsetze und keine Unabhängigkeit kurdischer Gebiete unterstütze. „Die USA verstehen die Besorgnisse der Türkei und versuchen, ihren Nato-Verbündeten zu beschwichtigen. Es wird natürlich nicht zu einem Abbruch der Beziehungen kommen, diese werden sich aber wegen der Entscheidung Washingtons abkühlen“, so Demirtaş.

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    Tags:
    Treffen, Waffenlieferungen, Kurden, Recep Tayyip Erdogan, Donald Trump, Türkei, USA