01:37 01 April 2020
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    Das russische Pipeline-Projekt Turkish Stream ist mit erheblichen Schwierigkeiten konfrontiert, wie die Deutschen Wirtschaftsnachrichten am Dienstag schreiben.

    Auf dem europäischen Kontinent sind die Regierungen von Serbien und Ungarn daran interessiert, dass Turkish Stream von Bulgarien oder Griechenland aus auch über ihre Territorien verläuft. Serbische Energie-Analysten weisen hingegen auf Gefahren bei der Umsetzung hin. 

    Der serbische Analyst Aleksandar Pavic sagte dem türkischsprachigen Dienst von Sputnik, dass zuvor insbesondere die „albanische Karte“ als Druckmittel genutzt worden sei, um South Stream zu verhindern. Turkish Stream könnte es ähnlich ergehen. Ein gutes Beispiel seien die Vorkommnisse in Mazedonien. 

    „Als Gruevski (ehemaliger mazedonischer Premier – Anm. der Red.) verstanden hatte, dass die russische Pipeline über Mazedonien eine große Chance für die Entwicklung des Landes ist und Mazedonien zum Teilnehmer des Turkish Stream bzw. der erneuerten Version von South Stream werden soll, begann der Prozess seines Sturzes“, sagte der serbische Analyst Dragomir Andjelkovic dazu. Es sei zu Zusammenstößen zwischen den albanischen Extremisten und den Kräften des Innenministeriums in Kumanowo gekommen sowie zu ernsthaften Finanzspritzen für die Opposition, „wonach sich die Popularitätswerte Zaevs den Werten Gruevskis annäherten, obwohl der Oppositionelle noch vor kurzem keine große Unterstützung der Mazedonier genoss.“

    Die Analysten stimmen darüber überein, dass ähnliche Ereignisse aus energiepolitischen Gründen auch in Serbien stattfinden werden. Die USA wollen verhindern, dass Russland die Ukraine als Gas-Transitland durch den Bau von Turkish Stream und Nord Stream 2 umgeht. Stattdessen wollen die USA ihr Fracking-Gas auf den europäischen Markt bringen. Ein weiterer Zufluss von russischem Gas nach Europa wird konkurrenzbedingt abgelehnt. 

    Zudem könnten die USA die Gas-Pipelines aus Russland kontrollieren, wenn sie durch die Ukraine führen. Die südlich um die Ukraine herum verlaufende Pipeline Turkish Stream gilt als Nachfolgeprojekt der früheren South-Stream-Pläne, die infolge der Spannungen mit Moskau in der Ukraine-Krise gescheitert waren, schreiben die Wirtschaftsnachrichten.

    Probleme bei der Umsetzung des Projekts könnten auch wegen der angespannten Beziehungen zwischen Ankara und Athen einen Rückschlag erleiden. Griechenland hat nicht nur türkischen Putschisten Asyl gewährt, sondern auch die Türkei in der Ägäis mehrmals provoziert. Die Spannung zwischen Athen und Ankara steigt seit mehreren Monaten, was sich am Ende tatsächlich negativ auf den Bau von Turkish Stream auswirken könnte.

     

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    Tags:
    Erdgas, Konkurrenz, Bau, Probleme, Schwierigkeiten, Gaspipeline Turkish Stream, Mazedonien, USA, Türkei, Griechenland, Russland, Bulgarien, Serbien