02:19 18 November 2019
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    Panzer der spanischen Armee (Archivbild)

    Spanien schickt Panzer an Russlands Grenze – Auftrag: „Provokationen vermeiden“

    CC BY-SA 2.0 / Elentir / The Rheinmetall L-55 cannon
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    Auch das Nato-Land Spanien muss nun Panzer an Russlands Grenze verlegen, um mehr „Frieden“ zu stiften. Das letzte Mal war Spanien im Zweiten Weltkrieg an den russischen Grenzen aktiv, wie die spanische Zeitung „El Pais“ schreibt.

    Auf einer Auslandsmission waren die Leopard-Panzer des spanischen Heeres noch nie. Die Stationierung in Lettland ist der erste Einsatz dieser Art, wie das Blatt schreibt. Nun sind spanische Truppen wieder unweit der russischen Grenze stationiert, zum ersten Mal seit der Blauen Division des Faschisten Franco. 200 Kilometer liegen zwischen dem spanischen Panzerverband und Russland, das ist etwa die Strecke von Berlin nach Leipzig.

    300 Mann und 80 Einheiten Technik bilden den Teilverband, der „unter der Ägide der Nato vom spanischen Badajoz ins lettische Ādaži verlegt wurde“, schreibt die Zeitung. Die Soldaten hätten inzwischen damit begonnen, das Einsatzlager aufzubauen, so „El Pais“.

    Es handele sich um „eine Verteidigungsmission, eine Mission, die darauf abzielt, von Angriffen abzuhalten“, sagte General Francisco José Dacoba Cerviño der Zeitung. Er ist Oberbefehlshaber der Panzerbrigade „Extremadura“, die die meisten Kräfte für den Einsatz in Lettland stellt.

    Die baltischen Staaten und Polen hätten „die permanente Präsenz der Nato auf ihren Gebieten“ erbeten, erklärte der General. Der Schritt sei eine Antwort auf ihre Sorgen, die auf dem Nato-Gipfel in Warschau 2016 bestätigt worden sei. Die Stationierung von Panzern sei „ein Zeichen der Solidarität und der Verpflichtung gegenüber allen Alliierten. Ein Angriff auf einen von uns ist ein Angriff auf uns alle“, so der General laut dem Blatt.

    Laut der Zeitung werden spanische Truppen in den taktischen Verband unter kanadischem Oberkommando integriert. Dieses „verstärkte Bataillon“ zählt rund 1.000 Soldaten. Auch Polen, Italien, Slowenien und Albanien sind daran beteiligt. Ein weiteres Bataillon ist laut der Zeitung in Estland stationiert. Es untersteht einem britischen Kommando. Das Bataillon in Litauen wird von Deutschland, das in Polen von den USA geführt. „Insgesamt sind es 4.000 Soldaten aus 16 Ländern“, so die Zeitung.

    Jetzt gehe es darum, die Teilverbände unterschiedlicher Länder in eine „geballte Kraft“ zu verwandeln, sagte Dacoba Cerviño. „Im September findet das erste Manöver des Bataillons statt, im Oktober dann möglicherweise das zweite, gemeinsam mit lettischen Kräften, um das endgültige Einsatzpotenzial zu prüfen“, erklärte der General.

    „Alle unsere Aktionen, Manöver und Schießübungen werden im Voraus angekündigt, damit niemand behaupten kann, dass er nicht informiert wurde. Wir erwarten gegenseitige Schritte von der anderen Seite“, so die Botschaft des Generals wohl an Russland. „Wir haben klare Anweisungen: Die Verteidigungskonfiguration halten, Provokationen vermeiden und sich der Grenze nicht zu nähern.“

    Das spanische Kontingent sei den Möglichkeiten und der Kampfkraft nach das größte aller Kontingente, die in Lettland stationiert seien, betonte der Befehlshaber noch. Dazu zählen laut Zeitung: sechs Kampfpanzer „Leopard“, 14 Schützenpanzer „Pizarro“, zwölf Transportpanzer mit Unterstützungswaffen (Minenwerfer, Panzerabwehrraketen etc.) und eine Drohneneinheit.

    „Dacoba Cerviño erwägt kein Szenario eines Angriffs Russlands auf Lettland, versichert aber: Sollte es dazu kommen, werden die dort stationierten Truppen den Erstschlag abwehren müssen, bis sie von der schnellen Einsatzgruppe der Nato Unterstützung bekommen, die ab 2018 Italien führen wird“, schreibt die Zeitung. „Von einer leichtbewaffneten Gruppe ist sie zu einem Panzerverband mutiert“, betont das Blatt.

    Laut der Zeitung soll der Großteil des Kontingents am 9. Juni nach Lettland geflogen werden. Am 12. Juni werden dann die 80 Technikeinheiten geliefert.

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    Tags:
    Panzer, Truppenentsendung, Grenze, Leopard-2-Panzer, NATO, Spanien, Russland