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    US-Präsident Donald Trump mit seiner Gattin in Riad

    Trumps Riad-Besuch bringt „gewöhnliches Schmiergeld“ statt „Arabischer Nato“

    © REUTERS / Bandar Algaloud/Courtesy of Saudi Royal Court
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    Des US-Präsidenten Donald Trumps jüngster Besuch in Saudi-Arabien hat nichts mit Bemühungen um eine „Arabische Nato“ zu tun, wie der russische Militärexperte Viktor Litowkin erläutert. In einem Kommentar für die russische Tageszeitung „Iswestija“ erklärt er Motive der Regierungen in Washington und Riad zum geplanten Mega-Rüstungsdeal.

    „Donald Trump wird keine ‚Arabische Nato‘ zustande bringen. Das kann er auch nicht. Zu stark und unauflöslich sind die Widersprüche in der arabischen Welt – selbst unter den nächsten Nahost-Nachbarn, die sich zum sunnitischen Islam bekennen. Darunter auch unter den vier Ländern im Kern der eventuellen Allianz, und zwar unter Ägypten, Jordanien, Saudi-Arabien und den VAE (Vereinten Arabischen Emiraten – Anm. d. Red.). Beispielsweise in Bezug auf ihre Haltung zu Israel oder in Sachen Demokratie-Entwicklung. Ägypten und Jordanien könnten noch mit Vorbehalt als weltliche Staaten bezeichnet werden, doch Saudi-Arabien lässt sich nicht einmal mit viel Phantasie dazu zählen.“

    Im Wahlkampf noch habe Trump versprochen, neue Arbeitsplätze in Amerika zu schaffen und die US-Rüstungsunternehmen mit neuen High-Tech-Aufträgen zu versorgen. Nun halte er sein Wort – „die Regierung in Riad ist in dieser Hinsicht sein verlässlichster Helfer“, so Litowkin. US-Medienberichten zufolge sollen die Saudis in den nächsten Jahren vier Kriegsschiffe von Lockheed Martin erhalten, aber auch 150 Hubschrauber des Typs S-70 Black Hawk, 40 CH-47-Maschinen, 115 M1A2-Panzer, Raketenabwehrsysteme THAAD und Patriot, Systeme für Cyber-Einsätze…

    Er kommentiert: „Es ist klar, wozu die USA diesen Deal brauchen. Neben Milliarden-Aufträgen für Industrieriesen wie Boeing, Lockheed Martin, GM und weitere wird das Ziel verfolgt, einen Verbündeten in der Konfrontation gegen den ungehorsamen schiitischen Iran und Syrien mit dessen ungefügigem Baschar Assad in Hülle und Fülle zu bewaffnen. Die Frage ist aber, wozu die Saudis so viele Waffen brauchen. Sie haben Trump ja zusätzlich Verträge im Gesamtwert von 350 Milliarden US-Dollar für die nächsten zehn Jahre in Aussicht gestellt.“

    Die saudische Armee, obwohl zahlenmäßig relativ schwach, sei ohnehin „bis über die Ohren“ mit modernster Militärtechnik ausgestattet. Ihr Waffenbestand sei wohl der stärkste im Nahen Osten, abgesehen von Israel: „Wozu braucht sie mehr?“

    „Doch der Ankauf neuer US-Waffen ist für die Saudis einerseits so etwas wie der Kauf des jüngsten Modells eines gold- und diamantenbedeckten Supersportwagens“, so Litowkin weiter. „Andererseits ist das bloß gewöhnliches Schmiergeld für den nächsten und den mächtigsten Verbündeten. Washington und seine Presse können gegen jedes andere arabische (und nicht nur arabische) Land Vorwürfe wegen der dortigen Demokratie-Qualität erheben – aber nicht gegen Saudi-Arabien, wo die Frauen beispielsweise bisher als Wesen zweiter Klasse gelten.“

    „Kann man ein Regime etwas Schlechtes verdächtigen, wenn dieses Regime dich mit dem billigsten Öl versorgen kann (…) und dazu noch solch großzügige Waffenaufträge erteilt? Natürlich nicht. Donald Trump lässt sich auch nicht dadurch verunsichern, dass Israel, welches er so mag, in Saudi-Arabien, gelinde gesagt, nicht besonders beliebt ist“, heißt es.

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    Tags:
    Viktor Litowkin, Donald Trump, Vereinigte Arabische Emirate (VAE), USA, Saudi-Arabien
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