14:21 20 Oktober 2020
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    Der Syrien-Experte und politische Kommentator Hüsnü Mahalli hat in einem Interview mit Sputnik Türkei die Ergebnisse der jüngsten Nahost-Tournee des US-Präsidenten bewertet.

    Für Mahalli ist Trumps Besuch in Saudi-Arabien ein eindeutiger „Sieg der Saudis". Was der US-Präsident selbst mit der Unterzeichnung eines Vertrages zur Lieferung von Waffen und Militärtechnik im Wert von 110 Milliarden US-Dollar gewonnen habe, sei äußerst umstritten, sagte er. „Bei seinem Wahlkampf hatte Trump versprochen, einen Weg zu finden, um die Arbeitslosigkeit zu beseitigen. Will er etwa die Arbeitslosigkeit beseitigen, indem er hier Waffenfabriken loslegen lässt?"

    US-Präsident Donald Trump mit seiner Gattin in Riad
    © REUTERS / Bandar Algaloud/Courtesy of Saudi Royal Court

    Zweifellos sei aber, dass dieser Waffendeal den Interessen von Saudi-Arabien entspreche, betonte Mahalli.

    Dabei berge die Wiederaufnahme der Verbündeten-Beziehungen zwischen Washington und Riad eine gewisse Gefahr für die Region.

    In diesem Zusammenhang machte Mohalli auf den Besuch des Sohnes des saudischen Königs und saudi-arabischen Verteidigungsministers Muhammad bin Salman in den USA aufmerksam, der einen Monat vor Trumps Besuch in Riad stattgefunden hatte. Eine Parallele dazu findet der Experte in der Geschichte:

    Am 14.Februar 1945 habe sich der US-Präsident Franklin D. Roosevelt nach der Konferenz von Jalta mit den Saudischen König Abd al-Aziz getroffen. „Seitdem begann Saudi-Arabien eine äußerst negative Rolle in der Region zu spielen. Es wurde aktiv bei der Vernichtung der Region, der Entfachung von Konflikten sowie der Entstehung und Entwicklung des radikalen Islam. Dafür setzte es solche Gruppierungen wie Al-Qaida und Taliban ein".

    Der Experte ist sich sicher: „Ich glaube, dass das Treffen, das im Rahmen des jüngsten Besuchs von Trump stattfand, eine sehr wichtige und sehr gefährliche Rolle in der Perspektive spielen wird — für mindestens die nächsten 70 Jahre".

    In Bezug auf die viel besprochene Idee einer „arabischen Nato" sagte Mahalli, er halte solche Pläne für nicht umsetzbar, denn es gebe keine Einigung zwischen den arabischen Ländern. Die Versuche, einen solchen Block zu bilden, würden lediglich zur Verschärfung der Kontroversen in der Region führen. Ein gutes Beispiel dazu sei Libyen, sagte er:

    Libyen ist ein hundertprozentig sunnitisches Land. Alle verfeindeten Gruppierungen bestehen aus Sunniten. Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate unterstützen einen Teil dieser Gruppierungen. Ein zweiter Teil wird von Bahrain und Saudi-Arabien unterstützt. Ein dritter Teil bekommt Hilfe von der Türkei und Katar, und ein Vierter von Italien. (…) Ausgehend von meiner 40-jährigen Erfahrung, die ich bei der Arbeit in den islamischen Ländern, darunter auch in der arabischen Welt, gesammelt habe, kann ich annehmen, dass aus einem solchen Vorhaben nichts werden wird", sagte Mahalli.

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    Tags:
    die arabische Welt, Deal, Mohammed bin Salman al-Saud, Donald Trump, USA, Saudi-Arabien, Naher Osten