22:24 20 November 2018
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    Sowjetisches Ehrenmal in Warschau, Polen. Der Nato-Staat ist über mögliche Trumps Pläne gegenüber Zusammenarbeit der Allianz mit Russland äußerst besorgt

    Rahr: Wird Trump Russland zum Nato-Verbündeten machen?

    © AP Photo / Czarek Sokolowski
    Politik
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    „Die Nato ist obsolet“ – dieser Satz von US-Präsident Donald Trump in seinem ersten Interview nach dem Amtsantritt hat die Spannung verursacht, mit der der erste Nato-Gipfel unter seiner Beteiligung erwartet wurde, schreibt der Politologe Alexander Rahr am Freitag in der Tageszeitung „Iswestija“.

    „Bekannterweise führt nur ein Mensch in der Allianz das Regiment – das ist der amerikanische Präsident“, stellt der Experte fest.

    „Sollte der Chef des Weißen Hauses seiner Wahlrhetorik treu bleiben, wird er durchaus in der Lage sein, den Kurs des Blocks zu revidieren. Vor seiner Wahl hat er nämlich erklärt, dass es keinen West-Ost-Konflikt mehr gibt, dass die Ukraine-Problematik nicht mehr zum Bereich der vorrangigen Aufmerksamkeit gehört und dass man sich auf den neuen Konflikt Nord-Süd konzentrieren muss, was den realen Kampf gegen internationalen islamistischen Terrorismus bedeutet.“

    „In absehbarer Perspektive könnte sich in der Allianz ein neuer Trend abzeichnen“, führt Rahr weiter aus. „Herr Trump, der mehrfach seine pragmatische Haltung zur Außenpolitik betont hat und die realen Bedrohungen einsieht, wird alles nur Mögliche unternehmen, damit die Nato-Partner in Zukunft die US-Operationen im Nahen Osten zumindest finanziell unterstützen (…) Sie werden zahlen müssen. Sollten sie sich aber weigern, die neue Aufgabe des Anti-Terror-Kampfes zu erfüllen, könnte der Chef des Weißen Hauses auf den Gedanken kommen, dass er zusammen mit anderen Verbündeten ins Feld ziehen muss, darunter auch mit Russland.“

    „Trump steht vor ernsthaften Aufgaben, er muss eine klare Strategie der Nordatlantischen Allianz festlegen, die diese in den langen Jahren des sinnlosen Widerstands gegen die ‚russische Bedrohung‘ verloren hat. Von neuen Treffen im Russland-Nato-Format wird man aber wohl nach einem Treffen der höchsten Repräsentanten Russlands und der USA beim G20-Gipfel im Juli sprechen“, heißt es im Beitrag abschließend. „Dann wird es mehr Klarheit geben, ob Trump die gesamte Allianz reformieren kann — widrigenfalls werden seine Erklärungen bloß Worte bleiben.“

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    Tags:
    Kursänderung, Politik, Zusammenarbeit, NATO, Donald Trump, Westen, Russland, USA