09:11 10 Dezember 2019
SNA Radio
    Greg Gianforte

    US-Politiker verprügelt Reporter und kommt in Kongress – Hör-VIDEO

    © AP Photo / Matt Volz
    Politik
    Zum Kurzlink
    2193
    Abonnieren

    Der Republikaner Greg Gianforte hat nach Angaben des US-TV-Senders Fox News bei einem Interview einen „Guardian“-Reporter gepackt, zu Boden geworfen und auf ihn eingeschlagen. Am nächsten Tag ist Gianforte dann der Einzug ins US-Repräsentantenhaus geglückt.

    Drei Fox-News-Journalisten waren nach eigenen Angaben bei dem Interview dabei und wurden Augenzeugen der schockierenden Szene. Mitten im Gespräch betrat demnach der Guardian-Reporter Ben Jacobs das Zimmer, hielt dem Republikaner ein Mikrofon vors Gesicht und stellte ihm eine Frage zum US-Gesundheitssystem. Darauf habe Gianforte geantwortet, er werde später mit ihm darüber reden. Doch Jacobs habe auf einer sofortigen Antwort bestanden.

    Im nächsten Moment packte Gianforte den Guardian-Reporter vor den Augen der schockierten Journalisten am Nacken und warf ihn gewaltsam zu Boden. „Ich habe die Nase voll davon!“, schrie der Politiker, während er mit den Fäusten auf Jacobs einschlug.

    ​Laut den Fox-News-Journalisten hatte Jacobs zuvor überhaupt keine Aggression gegenüber dem Politiker demonstriert. Der Republikaner sei später von Polizisten befragt worden. Der Politiker soll bereits eine Vorladung erhalten haben und müsse sich nun bis zum 7. Juni vor dem Gericht verantworten.

    Der gewaltsame Ausbruch scheint der politischen Karriere des Republikaners jedoch nicht geschadet zu haben: Gianforte konnte am Tag danach schon den einzigen Sitz des Bundesstaats Montana im US-Repräsentantenhaus gewinnen. Vor seinen jubelnden Anhängern entschuldigte er sich für sein Benehmen: „Gestern Abend habe ich einen Fehler gemacht und habe etwas getan, was ich nicht mehr zurücknehmen kann, und ich bin nicht stolz darauf, was ich getan habe. Ich hätte nicht so reagieren dürfen, und es tut mir leid.“

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Zwei auf US-„Todesliste“ gesetzte Reporter verklagen Trump - Medien
    Bedrängt, bedroht, erniedrigt: Lage von Journalisten in Europa – Studie
    Trump vs. US-Medien: Informationskrieg tritt aufs Gaspedal
    Protestaktion in Paris: Polizei verprügelte Journalistin von Sputnik France
    Tags:
    Prügelei, Journalist, Republikanische Partei der USA, US-Kongress, USA