04:49 20 Februar 2018
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    Comment Donald Trump a «gâché la fête» des Européens au sommet de l’Otan

    Forbes: Wie Trump Europäern „Party“ bei Nato-Gipfel verdarb

    © REUTERS/ Jonathan Ernst
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    Bei dem Nato-Gipfel am vergangenen Donnerstag hat US-Präsident Donald Trump im Einklang mit seinen Wahlversprechen agiert und die Interessen der USA vorangebracht, was bei den europäischen Partnern Missfallen ausgelöst hat, schreibt der Forbes-Kolumnist Doug Bandow.

    Das Treffen in Brüssel sollte Bandow zufolge ein formelles Kennenlernen der Nato-Staatschefs mit dem neuen US-Präsidenten werden. Europäische Allianz-Mitglieder hätten Trump mit den Worten über eine gemeinsame Verteidigung und Terrorbekämpfung milder stimmen wollen, doch der US-Staatschef habe das erwartete Szenario verdorben. 

    Trump habe die Allianz-Mitglieder für die Nichterfüllung ihrer Finanzverpflichtungen hart kritisiert. Das sei „unfair“ gegenüber den USA, meinte er. Somit habe die Veranstaltung bei den Europäern, die für sie angenehm und unverbindlich sein sollte, statt dessen Besorgnis und Verärgerung hervorgerufen. 

    Die Amerikaner selbst sollte das Ergebnis des Gipfels dagegen freuen, schreibt der Autor. Nach dem Ende des Kalten Krieges ständen vor der Allianz keine realen Aufgaben mehr, die ihre Existenz rechtfertigen würden. Dabei sei Europas Anteil im Militärbudget der Organisation nachhaltig zurückgegangen. Gleichzeitig öffne die Allianz gern ihre Tür für die osteuropäischen Neumitglieder, die sie aber kaum militärisch stärken würden. Die jüngste dubiöse Anschaffung sei Montenegro gewesen, heißt es. 

    Der Grund für eine Missachtung der Verteidigung liege darin, dass die meisten europäischen Länder keine realen Bedrohungen für ihre eigene Sicherheit sehen. Ein möglicher globaler Zusammenstoß mit Russland sei dem Autor zufolge ebenso unwahrscheinlich wie eine Invasion der Marsbewohner. 

    Demnach sei es kaum erstaunlich, dass der Anteil der Militärausgaben der europäischen Nato-Länder 2016 bei nur 1,47 Prozent des BIP gelegen habe. In Belgien, Tschechien und Spanien machten solche Ausgaben gar weniger als ein Prozent des BIP aus. 2014 hatte die Nato versprochen, den Anteil ihrer Militärausgaben zum Jahr 2024 auf zwei Prozent des BIP zu steigern, doch zu diesem Zeitpunkt werde die internationale Lage gewiss eine ganz anderes sein, und im Weißen Haus werde auch ein anderer Präsident sitzen. Die Allianz-Mitglieder würden sich vor keinem verantworten müssen, falls sie ihren Verpflichtungen nicht nachkommen sollten, so Bandow. 

    Somit sei das ein richtiger Schritt des US-Präsidenten, der von den europäischen Nato-Ländern verlange, ihre Verpflichtungen zu erfüllen. Die europäischen Steuerzahler sollten dem Autor zufolge ihre Militärausgaben denen der USA anpassen, ansonsten müssten sie ihre Verteidigung selber organisieren, wie sie es für notwendig erachten, resümiert der Autor. 

     

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    Tags:
    Politik, Gipfeltreffen, NATO, Donald Trump, Europa, USA