12:54 18 August 2017
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    Zbigniew Brzeziński: Der Feind Russlands hat Amerika keinen Erfolg gebracht

    © AFP 2017/ Mandel NGAN
    Politik
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    Zbigniew Brzeziński könnte man als eine menschliche Form der Idee der Eindämmung Russlands bezeichnen, schreibt die russische Zeitung „Wsgljad“. Einer der wichtigsten Strategen der amerikanischen Außenpolitik begann sein Leben in Warschau und starb am Freitag in den USA. Aber war seine Strategie erfolgreich für Washington?

    Manche könnten die Einstellung Brzezińskis zu Moskau als Russophobie bezeichnen. Er selbst versicherte jedoch mehrmals, er möge die Russen und bekämpfe nur den Kommunismus. Mit der Zeit verschwand jedoch der Kommunismus. Die Notwendigkeit, Russland zu bekämpfen, blieb aber anscheinend bestehen. Zurzeit ist jedoch nicht die Einstellung des Politikers zur Russischen Föderation interessant. Viel interessanter ist, was er den USA brachte, erläutert „Wsgljad“.

    Brzeziński hatte zwei Sternstunden – seine Arbeit mit Präsident Carter in den 70er Jahren und während des Zerfalls der UdSSR in den Neunzigern. Im Weißen Haus wechselte er Henry Kissinger ab. Kissinger beendete den Krieg in Vietnam und begann eine Entspannung in den Beziehungen mit der Sowjetunion. Brzeziński begann andererseits einen ideologischen Angriff auf Moskau und versuchte, Russland in ein sowjetisches „Vietnam“ zu drängen, geht aus dem Artikel hervor. So bezeichnete er Afghanistan, also die Operation zur Unterstützung der Mudschahedin. Die Operation sollte die UdSSR in eine „afghanische Falle“ bringen. Gelang dies?

    Einerseits half Moskau acht Jahre lang der Regierung in Kabul, die von Washington unterstützten Mudschahedin zu bekämpfen. Afghanistan wurde schließlich zu einem der Hauptgründe für den Zerfall der Sowjetunion. Es gibt aber auch ein anderes Ergebnis in dieser Geschichte, so die Zeitung.

    Diejenigen, die von Brzeziński in Afghanistan unterstützt wurden, kamen am 11. September 2001 in die USA. Anschließend steckte Washington für Jahrzehnte im Nahen Osten fest, verlor seinen Einfluss in dieser Region und wurde zum Feind Nummer eins für die islamische Welt. In diesem Sinne brachte Brzeziński den Vereinigten Staaten wesentlichen Schaden, behauptet „Wsgljad“.

    Aber auch der Zerfall der Sowjetunion war kein großer und zumindest kein langfristiger Erfolg für die USA. Brzeziński warnte, ohne die Ukraine werde Russland niemals ein Imperium. Diese Stellung führte jedoch nur zu einer russischen Revanche, zum Projekt der Reintegration der russischen Welt. Nun kehrte Russland dem Beitrag zufolge zurück auf die internationale Arena, und zwar vom Nahen Osten bis Lateinamerika. Das unter anderem dank der Schwächung von Washingtons Position.

    Ein weiterer wichtiger Punkt war für Brzeziński China, mit dem der Politiker versuchte, unter Barack Obama eine Allianz zu schmieden. Peking schien das aber nicht zu interessieren. Gleichzeitig führten die Versuche der USA, Russland zu isolieren, dazu, dass Moskau und Peking sich annäherten. So erhielt Washington die schlechteste Stellung im Dreieck Russland-USA-China.

    2016 gab Brzeziński in seinem letzten Buch zu, die Zeit der US-Dominanz gehe zu Ende. Dennoch versuchte er zu überzeugen, Amerika könnte die Beziehungen im oben genannten Dreieck in einer für sich korrekten Richtung bestimmen.

    „Es ist schwer zuzugeben, dass alles, was du getan hast, nicht funktioniert hat. Dass die Partie, die du gespielt hast, verloren ist. Und sogar in deinem Land verstehen das immer mehr Menschen“, schloss die Zeitung.

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    Tags:
    Zbigniew Brzezinski, USA, Russland, China
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