01:46 11 Dezember 2019
SNA Radio
    Montenegrinische Flagge

    Moskau geht Anwürfen Montenegros gegen Russland auf den Grund

    © Flickr / oliverd
    Politik
    Zum Kurzlink
    3390
    Abonnieren

    Laut der amtlichen Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, haben die Einmischungsvorwürfe aus Podgorica gegen Moskau zum Ziel, den Kurs Montenegros auf den Nato-Beitritt vor der eigenen Bevölkerung zu rechtfertigen.

    US-Kampfjet F-22 Raptor
    © REUTERS / Ints Kalnins
    Der montenegrinische Außenminister Serjan Darmanovic hatte zuvor Russland der Einmischung in die inneren Angelegenheiten Montenegros beschuldigt. „All das war nötig, um den Nato-Beitritt des Landes vor der eigenen Bevölkerung zu rechtfertigen“, zitiert die Agentur NSN die Sprecherin.

    Ihr zufolge basiert die Antragsbegründung auf „Spionomanie“ und „der Abwehr gegen einen virtuellen Feind“. Denn die montenegrinische Bevölkerung sei nicht von der Idee des Nato-Beitritts hingerissen gewesen. Eben deshalb sei kein Referendum zu dieser Frage durchgeführt worden, so Sacharowa.

    „Die Offiziellen wagten es nicht, die wahren Zahlen, die den Willen der Montenegriner erkennen lassen, zu veröffentlichen. Es wurde beschlossen, diesen Willen zu unterdrücken, indem man Geschichten über ‚die Hand des Kremls‘ auftischte“, so die Sprecherin.

    In der Vorwoche hatte Montenegro, das erst am 5. Juni zum Vollmitglied der Allianz werden soll, zum ersten Mal an einem Nato-Gipfel teilgenommen. Laut Darmanovic hatte Moskau versucht, sein Land daran zu hindern, der Nato beizutreten.

    „Russland betreibt in den letzten zwei bis drei Jahren eine Politik der Interessensbereiche und tritt gegen die Nato-Erweiterung auf. Wir haben beschlossen, unsere Hauptziele selbstständig festzulegen, und uns darüber gewundert, wie sehr sich Russland da eingemischt hat. Und wir haben uns natürlich dagegen gewehrt“, wird Darmanovic vom „Rundfunk und Fernsehen von Montenegro“ (RTCG) zitiert.

    Das montenegrinische Außenamt hat indes angekündigt, am Montag eine Protestnote an Russland wegen der Ausweisung des Mitglieds der regierenden Demokratischen Partei der Sozialisten (DPS) Miodrag Vukovic richten zu wollen, wie RTCG mitteilte. Nach Angaben des Senders war Vukovic, der über Moskau zur Parlamentarischen Versammlung der Zentraleuropäischen Initiative nach Minsk kommen sollte, am Sonntagabend von der Polizei im Flughafen Domodedowo als unerwünschte Person aufgehalten worden.

    Das montenegrinische Parlament hatte Ende April für den Beitritt des Landes zur Nato gestimmt. Mittlerweile haben die oppositionellen Parteien  gefordert, diese Frage per Referendum entscheiden zu lassen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Moskau warnt Montenegro vor „Schüren antirussischer Hysterie“
    Montenegro vor Nato-Beitritt: „Wir haben nie Probleme mit Moskau gewollt“
    Warum Montenegro nicht in die Nato will
    Montenegro: Nato-Beitritt stockt, Regierung greift nach langer Hand des Kremls
    Tags:
    NATO-Beitritt, Außenministerium Russlands, NATO, Maria Sacharowa, Montenegro