15:43 25 Juni 2018
SNA Radio
    Das Weiße Haus in Washington

    USA wollen Rückfall in Kalten Krieg – türkischer Ex-Konteradmiral

    © Sputnik / Ekaterina Chesnokova
    Politik
    Zum Kurzlink
    3512

    Die Forderung der US-Administration an die Nato-Länder, die Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent des BIP anzuheben, ist laut dem türkischen Konteradmiral a.D. Soner Polat ein Instrument zur Druckausübung. Wie Polat in einem Interview mit Sputnik Türkiye sagte, verfolgen die USA das Ziel, ihre Position dadurch zu stärken.

    „Der Wunsch der USA, die Nato-Mitgliedsländer ihre Militärbudgets vergrößern zu lassen, ist, erstens, durch die Überzeugung Washingtons bedingt, dass solche Länder wie z. B. Norwegen, die ihr Wohlstandsniveau im Rahmen der durch die Nato gewährleisteten Sicherheit gefestigt haben, dafür zahlen müssen. Zweitens wünschen die USA, hinter ihrem Rücken einen zuverlässigen Nato-Block zu sehen – für den Fall, dass Amerika in naher Zukunft eine Konfrontation mit China oder jeder beliebigen anderen Kraft eingehen sollte“, so Polat.

    Einige europäische Länder, darunter Deutschland und Frankreich, hätten ihre Ablehnung dagegen geäußert, während andere Länder wie die Niederlande und Polen mehr Zurückhaltung dabei gezeigt hätten, so Polat.

    „Das Hauptziel der USA besteht darin, sich Unterstützung im militärischen und politischen Bereich zu sichern. Gerade zu diesem Zweck nutzen die USA ein symbolisches Druckinstrument wie Verteidigungsbudget.“

    Die US-Regierung habe Präsident Donald Trump, der eher dazu geneigt sei, eine gemäßigte, auf innere Fragen orientierte Politik zu betreiben, gezwungen, an der alten amerikanischen außenpolitischen Linie festzuhalten. Aus diesem Grund sehe sich Trump genötigt, den Druck zu verstärken. All das deute darauf hin, dass die USA in die Zeit des Kalten Krieges zurückkehren wollten, so Polat.

    Aber der Westen zeige hier eine ablehnende Haltung, und zwar schon seit 20 bis 30 Jahren. Die Idee der USA bestehe darin, die Spannungen aufzustocken und Russland und die Nato-Länder gegeneinander aufzuhetzen. "Auf diese Weise hoffen die USA, ihre Position gegenüber Europa in Fragen der globalen Politik, im politischen und militärischen Bereich zu stärken“, so der ehemalige Konteradmiral.

    Zum Thema:

    Mehr Geld für Nato: Trump macht Druck in Brüssel
    Trump stuft Russland als Nummer drei auf Nato-Gefahrenliste ein
    Nato-Tag in Brüssel: Trump untersucht die Ängste der Allianz
    Rahr: Wird Trump Russland zum Nato-Verbündeten machen?
    Tags:
    NATO, USA
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren