21:44 15 Dezember 2018
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    Amerikanische Panzer stehen vor den sowjetischen auf dem Foto im Checkpoint-Charlie-Museum

    „Kalter Krieg 2000“ in Europa voll im Gange - Russlands Nato-Botschafter

    © AFP 2018 / Johannes Eisele
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    Die Verstärkung der Nato-Truppen in Europa ist ein Umsturz. Einer, der die Sicherheitslage in der Region in der Substanz verändert – und zwar zum Schlechten. Dies äußerte am Montag der russische Botschafter bei der Nato, Alexander Gruschko, bei einer Videokonferenz im Rahmen des Waldai-Diskussionsklubs.

    Zum ersten Mal seit vielen Jahren werde die Sicherheit in Europa „nicht durch Maßnahmen der Zurückhaltung bestimmt“, sagte der russische Diplomat, und „nicht durch das Bemühen, die Sicherheit ohne die Betonung militärischer Mittel sicherzustellen. Sondern durch das Aufzwingen und den Erhalt einer gewissen Bedrohungsbalance.“

    Das sei eine Kopie des Kalten Krieges, sagte Gruschko: „Vielleicht ein Kalter Krieg light oder ein Kalter Krieg 2000.“

    Doch sei die Lage sehr gefährlich, wenn man beachte, „mit welcher Politik und Ideologie dies begleitet wird, wie dies im reinen Propagandastil dargeboten wird.“ Und: „Wir sehen keine Anzeichen dafür, dass die Nato bereit ist, Halt zu machen“, betonte der Diplomat. Man erhalte sogar eine große Ungewissheit darüber aufrecht, dass „diese Maßnahmen noch verstärkt werden könnten“, betonte er.

    Gruschkos Prognose für die nahe Zukunft: „Eine klare Geschichte. Die Aufstellung von vier Bataillonsgruppen wird abgeschlossen. Die Gruppen an der Ostsee und am Schwarzen Meer werden verstärkt. Der Ausbau der Infrastruktur wird vorangetrieben.“ Jeden Tag gebe es Meldungen, dass in den Ländern Mittelosteuropas der Bau neuer Objekte beginne oder abgeschlossen werde. Besondere Aufmerksamkeit komme der Verstärkung der Südflanke zu: US-amerikanische und britische Kräfte seien in Rumänien aufgetaucht, dort würden derzeit multinationale Brigaden aufgestellt.

    „So sieht es aus, das neue Bild, das offensichtlich auch in der Zukunft die militärische Sicherheit in dieser Region bestimmen wird“, sagte der russische Diplomat.

    Von dem jüngsten Nato-Gipfel in Brüssel habe Moskau nichts Neues erwartet. „Alle Entscheidungen hinsichtlich Russlands sind schon getroffen. Sie sind in Wales und Warschau getroffen worden“, so Gruschko.

    Worauf richtet Moskau dann seinen Blick? „Uns interessieren nicht die Worte, die jetzt verlautbart werden, sondern das, was auf dem Boden passiert“, sagte der Nato-Botschafter abschließend.

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    Tags:
    Konfliktlösung, Kritik, Kommentar, Botschafter, Kalter Krieg, NATO, Alexander Gruschko, Russland