03:10 26 Februar 2020
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    Bundestagsabgeordnete werden keinen Zutritt zum Luftstützpunkt Incirlik bekommen, solange Berlin Schritte gegen Ankara unternimmt. Das erklärte der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu am Dienstag.

    Zuvor hatte die Türkei einen Tag vor dem geplanten Besuch deutscher Parlamentarier in Incirlik das Bundesaußenministerium darüber informiert, dass die Reise unmöglich ist. Darauf erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass Deutschland nach einem alternativen Standort für das deutsche Incirlik-Kontingent in benachbarten Ländern suchen wird.

    Die Türkei wirft Deutschland vor, dass Berlin türkische Militärs, denen Ankara eine Beteiligung am Staatsstreich vom Juli vergangenen Jahres zur Last legt, sowie Aktivisten der in der Türkei verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) nicht ausliefert.

    „Deutschland verhält sich negativ gegenüber der Türkei. Sie sagen jetzt, sie wollten Incirlik besuchen. Aber Deutschland sollte sich darüber klar werden, dass es keine Türkei mehr gibt, die von Berlin zu allem gezwungen werden kann, was es will. Das ist bereits passe. Unter diesen Umständen ist es nicht möglich, deutschen Parlamentariern Besuche in Incirlik zu genehmigen. Am Montag werden Außenminister Sigmar Gabriel und ich dieses Thema besprechen“, sagte Çavuşoğlu.

    Ihm zufolge wird die Türkei ihre Position revidieren, sollte Deutschland entgegenkommende „positive Schritte“ tun.

     

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    Tags:
    Bundestagsabgeordnete, Besuch, Verbot, Mevlüt Çavuşoğlu, Incirlik, Türkei, Deutschland