22:29 21 November 2019
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    Nato-Gipfel in Brüssel

    Putin: Nato-Erweiterung „kurzsichtig“ – Russland für gemeinsamen Anti-Terror-Kampf

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    Politik
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    Als „kurzsichtig“ hat Russlands Präsident Wladimir Putin die Politik der USA und ihrer Nato-Partner bewertet, die ihr Militärpotential aufstocken und die Allianz erweitern.

    „Für uns ist es ein Zeichen dafür, dass unsere Partner sowohl in Europa, als auch in den Vereinigten Staaten eine kurzsichtige Politik betreiben und nicht einmal einen Schritt weiter schauen“, sagte er in einem Interview für die Zeitung „Le Figaro“ nach Abschluss seines Frankreich-Besuchs.

    Er verwies darauf, dass die Politiker in den USA und in Europa Moskau versichert hatten, dass sich die Allianz nicht mehr erweitern würde. Im Gegenteil: Die Rede sei von der Schaffung eines neuen gemeinsamen Sicherheitssystems gewesen. Die Bildung eines solchen Systems hätte den einseitigen Austritt der USA aus dem Raketenabwehrvertrag und die Herstellung von Teilen eines Raketenschilds in Europa verhindert, der das strategische Gleichgewicht zerstöre und Risiken für die internationale Sicherheit schaffe.

    „Dies ist aber geschehen, und es ist kein Spielfilm, den man zurückspulen könnte“, so Putin. „Man muss davon ausgehen, was man hat. Wenn wir davon ausgehen, muss man darüber Gedanken machen, was wir uns für die Zukunft wünschen. Wir alle wünschen uns Sicherheit, Ruhe, Wohlergehen und Zusammenarbeit.“

    Russland sei zum Zusammenwirken mit anderen Ländern beim Anti-Terror-Kampf bereit, es ruft aber auf, zu handeln „und nicht von gegenseitigen Vorwürfen  zu reden“, betonte er.

    Für Russland sei es des öfteren nicht leicht, einen Dialog mit den europäischen Partnern zu führen, weil sich ihre Position, darunter auch nach Kontakten mit den USA, ändert. „Sie sollten Klarheit darüber schaffen, wer der Senior Partner ist und wer nicht und wer was beansprucht“, sagte der Präsident. „Wir sind zum Zusammenwirken bereit.“

    Nach seinen Worten gibt es in letzter Zeit Fortschritte bei Kontakten mit den USA. „Wir überlegen jetzt, wie die Interessen aller Länder der Region im Süden Syriens gewährleistet werden könnten“, fügte er hinzu. „Darunter verstehe ich alle Länder, die Probleme in dieser Region haben, nämlich Jordanien, der Irak und Syrien selbst. Natürlich sind wir bereit, der Meinung der Vereinigten Staaten und unserer europäischen Partner Gehör zu schenken. Man muss aber einen konkreten Dialog führen und nicht von gegenseitigen Vorwürfen und Bedrohungen reden. Man muss praktische Arbeit machen.“ 

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    Tags:
    NATO, Wladimir Putin, Russland