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18:52 20 September 2019
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    Der österreichische Bundeskanzler Christian Kern (r.) und der Präsident der Wirtschaftskammer Österreichs, Christoph Leitl, auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg.

    Kanzler Kern sieht USA außer Spiel und will neue Bündnisse - mit Russland als Partner

    © Sputnik / Sergej Pirogow
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    St. Petersburger Internationales Wirtschaftsforum (SPIEF) 2017 (43)
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    Vor dem Hintergrund der Verhärtung der Fronten zwischen Europa einerseits und Amerika andererseits muss Europa neue Bündnisse schließen, sagte der österreichische Kanzler Christian Kern in einem Sputnik-Interview am Rande des Petersburger Internationalen Wirtschaftsforums. Russland werde hier als ein wichtiger Partner betrachtet.

    „Ich sehe ganz klar, dass Amerika sich aus dem Gewaltenspiel doch rausnimmt, auch mit der gestrigen Entscheidung zum Klimavertrag, und das heißt für uns anderen, dass wir hier vorangehen müssen, neue Bündnisse schmieden müssen, und da ist natürlich Russland ein wichtiger Partner“, sagte Kern.

    Die Position der Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass die Europäer ihr Schicksal jetzt in die eigene Hand nehmen müssen, teilt der österreichische Kanzler „voll und ganz“. In Bezug auf den Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen, den US-Präsident Donald Trump am Vortag bekannt gab, sagte Kern: „Nur weil Präsident Trump das nicht möchte, heißt es ja nicht, dass wir deshalb auch unsere Position verändern müssen. Ganz im Gegenteil.“

    Nun müsse Europa die Kooperation in dem Zusammenhang verstärken. „Da gibt’s mit Russland, da gibt’s mit China, gibt’s mit Indien, da gibt’s mit Europa große Kräfte, die ja zusammenarbeiten wollen, und das muss man jetzt vertiefen“, so der Politiker.

    Auch im politischen Sinne strebe Österreich mehr Zusammenarbeit mit Russland an, über die mögliche Aufhebung oder Verlängerung von Sanktionen gegen Moskau müsse jedoch in der EU noch diskutiert werden. „Wir wissen natürlich, dass diese Sanktionen für unsere (österreichische – Anm. d. Red.) Wirtschaft sehr nachteilig sind, das kostet uns fast 0,3 (Prozent – Anm. d. Red.) ja von unserem Bruttoinlandsprodukt – das ist schon erheblich“, so Kern. „Vor dem Hintergrund sind wir ja der Meinung, dass wir hier eine verstärkte Zusammenarbeit aufsetzen müssen, um hier eine Zukunftsperspektive, die auf Kooperation beruht, zu entwickeln“.

    Interview: Sergej Pirogow

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    Partner, Position, Wirtschaft, Kooperation, Sanktionen, Christian Kern, Österreich, St. Petersburg, USA, Russland