09:08 22 Februar 2020
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    St. Petersburger Internationales Wirtschaftsforum (SPIEF) 2017 (43)
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    Der österreichische Bundeskanzler Christian Kern hat im Gespräch mit Journalisten am Rande des größten Wirtschafts-Events Russlands – dem Internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg – das „unglaubliche Potential“ einer vertieften wirtschaftlichen Partnerschaft beider Länder hervorgehoben und Kritik an den Sanktionen anklingen lassen.

    „Russland ist ein wichtiger Exportmarkt für uns. Die Exporte springen jetzt auch heuer wieder an, die Entwicklung fährt in die richtige Richtung. Das ist für unsere Volkswirtschaft einfach ein wichtiger Absatzmarkt – gar keine Frage“, sagte Kern. Bei diesem Forum in St. Petersburg sei das Ziel Österreichs, entschlossen seine Interessen zu vertreten.

    Auf die Frage eines Journalisten, ob es als ein bewusstes Zeichen zu sehen sei, dass Kern als einziger Vertreter der europäischen Politik nach St. Petersburg gekommen ist, antwortete er wie folgt:

    „Ja, es ist vor allem für uns ein Zeichen, dass wir mit Russland einen langjährigen Partner haben, und wir wollen die Beziehungen weiter vertiefen. Ich bin davon überzeugt, dass, wenn man die wirtschaftlichen Bande festigt, das auch dazu führt, dass politisch ein besseres Verständnis erreicht wird.“

    Die Wirtschaft zu entwickeln, sei immer der Weg gewesen, auf dem sich Österreich international engagiert habe. Dies müsste fortan konsequenter ausgebaut werden, wobei es dann Gelegenheiten geben werde, das Eine oder Andere anzusprechen, wo man sich nicht einig ist.

    „Natürlich sind wir uns bei den politischen Fragen nicht in jedem einzelnen Punkt einig, das ist ganz klar. Hier hat Österreich eine Verpflichtung innerhalb der europäischen Union, solidarische Positionen mitzutragen“, so der Politiker.

    In der öffentlichen Sitzung werde die russische Politik aber nicht angesprochen – dafür werde es speziell ein Gespräch mit Wladimir Putin unter vier Augen geben.

    „Mir geht es darum, die Chancen anzusprechen, die wir gemeinsam haben. Wenn wir das richtig machen, dann ist es ein unglaubliches Potential für unsere Gesellschaft und Wirtschaft. Das kann zusätzlich Impulse für mehr Beschäftigung, Arbeitsplätze in Österreich und in Russland bringen.“

    Wirtschaftliche Entwicklung sei das beste Mittel, „wo man sich auch viel leichter tut, die politischen Fragestellungen zu lösen, wenn man gemeinsame Interessen hat und gemeinsame Zukunftsperspektiven verfolgt.“

    Was den Sanktionsprozess  angehe, den Österreich als EU-Mitglied mitzutragen habe, so wäre es ein großer Fehler, wenn man jetzt „alle Brücken abbrechen“ würde, wo es doch Wien darum gehe, Perspektiven zu entwickeln, wenn auch kritische Punkte klar angesprochen werden müssen. Laut Kern sollten Gemeinsamkeiten gesucht werden, um die Probleme auch gemeinsam zu überwinden.

    „Wenn wir sagen, dass wir Russland isolieren und in eine Ecke stellen, dann ist es eine Politik, die mit Sicherheit zu keinen Lösungen führen wird und nicht im Interesse Österreichs ist“, betonte er.

    Alle Brücken abzubrechen, würde Wien sicherlich auch keinen wirtschaftlichen Dienst erweisen. Nur ein Dialog und ein konsequenter Austausch könnten politische Probleme lösen. Dafür werde es heute Abend eine Gelegenheit in einem Vier-Augen-Gespräch mit Präsident Putin geben, wiederholte der Kanzler.

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    St. Petersburger Internationales Wirtschaftsforum (SPIEF) 2017 (43)

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    Tags:
    Wirtschaft, Christian Kern, Wladimir Putin, Österreich, Russland