22:46 24 Februar 2020
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    Die aktuelle Krise in den Beziehungen zwischen den arabischen Monarchien ist laut dem Politologen und Experten für Probleme des Nahen Ostens und des Kaukasus Stanislaw Tarassow kurz nach dem arabisch-islamisch-amerikanischen Gipfel in Riad ausgebrochen.

    „Das ist die erste Krise der Koalition, die Riad während des Besuches von Präsident (Donald) Trump (am 20. und 21. Mai) in Saudi-Arabien und seines Treffens mit den Teilnehmern des arabisch-islamischen Gipfels dort zu bilden versuchte. Eines Gipfels, bei dem der Plan zum Aufbau einer Art ‚sunnitische Nato‘, einer Nato am Persischen Golf, angekündigt wurde“, so der Politologe.

    Ihm zufolge sind die Ursachen nicht eindeutig, denn das Ziel der Koalition bestehe vor allem darin, gegen den Iran zu kämpfen. Der Iran habe hart darauf reagiert, aber niemand habe erwartet, dass wenige Tage später eine Krise in der Koalition beginnen werde, so Tarassow.

    Nach seiner Meinung ist die Ursache für den Abbruch der Beziehungen etlicher arabischer Länder mit Katar weitaus gravierender, als der angegebene formelle Vorwand.

    US-Außenminister Rex Tillerson
    © AP Photo / Manuel Balce Ceneta

    „Es bildet sich eine komplizierte Kombination, eine komplizierte Intrige heraus. Aus politisch-diplomatischer Sicht ist jetzt mit schnellen und möglicherweise auch unerwarteten Kombinationen zu rechnen. Katar könnte an der Beilegung der Syrien-Krise teilnehmen. Aber welche Stellung würde es dabei beziehen? Es wird nun wahrscheinlich, dass dieses Land die Position des Iran unterstützt. Und der Iran wiederum erklärt, dass die Regelung einen rein innersyrischen Charakter haben könne, während die westlichen Länder, die arabischen Länder und Russland als Außenbeobachter und gewissermaßen auch als Garanten auftreten sollten.“

    Jetzt könne aber mit Sicherheit gesagt werden, so der Experte, dass derzeit kein großer regionaler Konflikt unter direkter Teilnahme des Iran und der arabischen Monarchien entflammen könne, denn es gebe keine Voraussetzungen dafür. Zudem gebe es noch keine wirkliche  Koalition – trotz angekündigter Koalitionsbildung. Der Iran sei „eine harte Nuss“ und seine Gegner seien sich dessen voll bewusst, so der Experte.

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