19:34 10 Dezember 2019
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    Maria Sacharowa

    Sacharowa zu abgesagter Tschetschenien-Reise: „Finnischer Reporter hat die Hose voll“

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    Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, hat am Montag via Facebook dem finnischen Journalisten Erkka Mikkonen, der sie zuerst nach den LGBT-Rechten in der russischen Teilrepublik Tschetschenien fragte, dann aber seinen Besuch dorthin absagte, Feigheit vorgeworfen.

    „Ehrlich gesagt, habe ich eine bessere Meinung  von ihm gehabt. Mit mir hat er voll entschlossen  gesprochen. Ich vertraue ihm: Er hat dies tatsächlich gewollt und war bereit, dorthin zu fahren. Seine Redaktion hat ihm dies aber verboten und er hat nachgegeben“, schrieb Sacharowa in ihrem Facebook-Account.

    Ihr zufolge ist es derweil unklar, wer konkret die Reise verboten habe.

    „Ich weiß nicht, wie es in Finnland genannt wird. In Russland heißt es – die Hose voll haben‘“, so die Sprecherin.

    Wie Sacharowa ausführte, war Mikkonen zu ihrer Pressekonferenz gekommen, um Antworten auf seine Fragen zu bekommen.

    „Und als das Außenministerium ihm vorgeschlagen hat, vor Ort zu arbeiten, anstatt das Thema zu politisieren, hat die Redaktion sofort dazu gesagt, dass die Heranziehung der Behörden unangemessen sei“, betonte Sacharowa.

    Die Pokémon-Jagd durch westliche Journalisten gehe also weiter, so die Sprecherin. Zudem zeigte sie sich zuversichtlich, dass diese doch irgendwann zu einer unvoreingenommen Arbeit zurückkehren würden.

    Nach den Berichten über angebliche Massenverhaftungen unter tschetschenischen Homosexuellen hatte Sacharowa zuvor das Oberhaupt von Tschetschenischen, Ramsan Kadyrow, gebeten, den finnischen Journalisten Erkka Mikkonen zu empfangen und ihm bei seiner Reportage über die dortige LGBT-Situation zu helfen.

    Die Redaktion des finnischen TV-Senders Yle lehnte aber diese Einladung ab.

    Anfang April hatte die russische Zeitung „Nowaja Gaseta“ berichtet, in Tschetschenien seien Hunderte Männer „nicht traditioneller sexueller Orientierung“ festgenommen, misshandelt und zum Teil gar getötet worden. Kadyrows Pressesprecher wies diese Vorwürfe zurück. Laut der regionalen Verwaltung des russischen Innenministeriums sind keine Beschwerden von Homosexuellen eingereicht worden.

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    Tags:
    Journalisten, Pokemon, Nowaja Gaseta, TV-Sender Yle, Außenministerium Russlands, Ramsan Kadyrow, Maria Sacharowa, Erkka Mikkonen, Tschetschenien, Finnland, Russland