18:06 31 Oktober 2020
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    Die Lage in Afghanistan wird jeden Tag schlimmer. Der Westen hat das Land nicht befriedet. Die Taliban haben große Landstriche erobert und führen weitere Offensiven, auch der IS gewinnt zusehends an Boden. Russland muss reagieren und verstärkt deshalb seine Militärbasen in Zentralasien.

    Bis zu 3.500 Mann zähle die Terrormiliz Islamischer Staat in Afghanistan inzwischen, sagte der russische Verteidigungsminister Sergej Schojgu am 7. Juni beim Verteidigungsministertreffen der SOZ-Mitgliedsstaaten in der kasachischen Hauptstadt Astana. „Die Strategie dieser Terrorgruppe bedroht sowohl Afghanistan als auch die Nachbarländer“, betonte er.

    OVKS-Truppen auf Übungen
    © Sputnik / Mikhail Woskressenskij
    Die zentralasiatische Republik Tadschikistan etwa hat eine gemeinsame Grenze mit Afghanistan – mit einer Länge von 1.300 Kilometern. Bis zu 10.000 Terrorkämpfer aus unterschiedlichen Gruppen haben sich entlang der Grenze versammelt. Die Lage ist ernst, äußerte der Sicherheitsexperte Alexander Chrolenko.

    Russland habe in Tadschikistan einen Stützpunkt mit derzeit 7.500 Soldaten. Also müsse das russische Verteidigungsministerium auf die neue Bedrohung reagieren.

    So haben die russischen Soldaten in Tadschikistan jüngst Verstärkung bekommen: Im Mai wurde eine Division von Uragan-Raketenwerfern dorthin verlegt. Dieses Artilleriesystem hat eine Reichweite von 35 Kilometern und erreicht Ziele auch in schwierigem Gebirgsgelände.

    Erst vor kurzem hat die russische Einheit in Tadschikistan eine Antiterrorübung durchgeführt. Das Ziel bestand darin, angenommene Terrorgruppen zu liquidieren, die entsprechend der Übungsvorgabe aus Richtung Afghanistan ins Landesinnere vorgedrungen sind. Auch Iskander-Raketen kamen zum Einsatz. Unterstützt wurden die Truppen aus der Luft durch Su-24 und Tu-22-Bomber.

    Eine gemeinsame Grenze mit Afghanistan hat Kirgisien nicht. Doch das Land ist ebenfalls ins Fadenkreuz der Terroristen geraten und ist zudem politisch instabil. Auch ist die kirgisische Armee eine der schwächsten der Welt. Russlands Präsenz in dem Land ist deshalb ein maßgeblicher Stabilitätsfaktor. Zumal nach den schlechten Erfahrungen mit den US-Truppen, die bis 2014 einen Stützpunkt in Kirgisien nutzten.

    Alle seine Basen in Kirgisien unterhält Russland ausschließlich auf Vertragsbasis. Die kirgisische Führung hat der Nutzung russischer Stützpunkte bis 2032 zugestimmt und dies auch vertraglich besiegelt.

    Der Terrorismus agiert längst grenzüberschreitend. Wenn schon der Westen seine inneren Widersprüche nicht überwinden kann, um eine einheitliche Antiterrorfront auf die Beine zu stellen, wird eben der Osten Maßnahmen ergreifen müssen, um der Ausbreitung des Terrors vorzubeugen. Russland jedenfalls berücksichtigt bei der Zusammenarbeit mit den Ländern Zentralasiens die gegenseitigen Interessen – ganz ohne Bunte Revolution und Regime-Change.

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    Tags:
    Terrorbekämpfung, Grenzkontrolle, Truppenentsendung, Tu-22M3, Su-24, Terrormiliz Daesh, Verteidigungsministerium Russlands, Sergej Schoigu, Mittelasien, Tadschikistan, Afghanistan, Russland