14:33 25 Juli 2017
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    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und der katarische Staatschef Tamim bin Hamad Al Thani

    Großspiel im Nahen Osten: Türkei schließt sich Iran und Katar an

    © AP Photo/ Kayhan Ozer/Press Presidency Press Service, Pool Photo
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    An der katarischen Grenze zu Saudi-Arabien können Truppen eines dritten Landes erscheinen. Die Türkei genehmigte ein Gesetz über die Ausweitung ihres in Katar dislozierten Militärkontingents sowie über die Ausbildung der Gendarmen des Emirates. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat erklärt, dass er die Blockade gegen Katar verurteilt.

    Türken und Kataris – Muslimbrüder

    Die Beziehungen zwischen der Türkei und Katar gelten als besonders fest im Nahen Osten. Laut der offiziellen Version von Ankara hat der katarische Staatschef Tamim bin Hamad Al Thani als erster den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nach dem gescheiterten Putschversuch im Juli 2016 angerufen. In Syrien, Libyen, Palästina und Ägypten unterstützen die beiden Staaten dieselben islamischen Gruppierungen, darunter auch die Hamas und „Muslimbrüder“.

    Im Jahr 2014, als Saudi-Arabien seinen Botschafter aus Katar abzog, antwortete die Türkei darauf mit der Eröffnung eines Stützpunktes im Emirat. Seither sind dort nach unterschiedlichen Einschätzungen 80 bis 150 türkische Militärs stationiert. Die neuen vom Parlament verabschiedeten Gesetze ermöglichen, die Truppenstärke der Türkei bis auf mehrere Tausend Mann zu erhöhen. Das ist eine Entscheidung, die eine direkte militärische Bedeutung hat, wenn man berücksichtigt, dass Saudi-Arabien ein Manöver an seiner Grenze zu Katar durchführt. In den vom türkischen Parlament genehmigten Gesetzen wird speziell die Möglichkeit von türkisch-katarischen Übungen erwähnt.

    Die Bereitschaft des türkischen Präsidenten zur Unterstützung von Katar sieht im Vorfeld seiner Versuche, in der Rolle eines Schiedsrichters aufzutreten, unerwartet aus. Vor mehreren Tagen hat der Berater des türkischen Staatschefs, Ilnur Cevik, erklärt, die beiden Konfliktseiten seien für die Türkei „sunnitische Freunde und Brüder“. Neben Kuwait wurde die Türkei als natürlicher Vermittler in dem Konflikt betrachtet, aber wegen der Katar-Isolation zog sie es vor, sich dafür zu engagieren.

    Freundschaft mit dem Iran?

    Die Verbesserung der türkisch-iranischen Beziehungen, die mit der Golf-Krise zusammenfiel, hat wahrscheinlich einen wirtschaftlichen Hintergrund. Trotz unterschiedlicher politischer Einstellungen wächst der Warenumsatz zwischen den beiden Ländern ständig. Die Vermittlung Russlands führte zum Entstehen eines labilen Gleichgewichts der Interessen Moskaus, Ankaras und Teherans in Syrien. In der Zeitperiode vor den US-Wahlen kündigten die drei Staaten ihre Bereitschaft an, die Probleme des Nahen Ostens ohne Amerikaner und die EU zu lösen.

    Die beginnende Annäherung des Irans und der Türkei ließ Erdogan eine Mauer an der Grenze zu den kurdischen Bezirken des Irans errichten. Die Regierung der Islamischen Republik verhielt sich von Anfang an zu dieser Idee skeptisch. Aber im Endeffekt kam sie Ankara entgegen. Gleichzeitig wird die kurdische Frage zu einem Problem zwischen der Türkei und den USA. Im Mai hatte Erdogan kurz vor seinem Washington-Besuch erklärt, dass er sich nicht mit der US-Unterstützung der Gruppierungen, die angeblich mit der Arbeiterpartei Kurdistans verbunden sind, abfinden wolle.

    Die geopolitische Achse Teheran-Ankara-Doha stellt die etablierte Ordnung im Nahen Osten in Frage, weshalb es schwer ist, laut dem russischen Experten Igor Gaschkow mit Sicherheit zu behaupten, dass sie stabil bleibt. Die Dauer des Bestehens dieser Allianz hängt von den USA ab, die bereits klar machten, dass sie sich auf die Seite von Saudi-Arabien gegen Katar stelle. Nach der Erklärung der Blockade gegen dieses Land bezeichnete US-Präsident Donald Trump diese Einschränkungen als Anfang der Einstellung der Finanzierung des Terrorismus.

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    Tags:
    Terrorismus, Blockade, Krise, Unterstützung, Allianz, Beziehungen, Emir Tamim bin Hamad al-Thani, Donald Trump, Recep Tayyip Erdogan, Iran, Türkei, Katar
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