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16:06 22 Oktober 2019
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    Ungarischer Außenpolitiker prophezeit Zerfall der Ukraine

    © AFP 2019 / Olexander Zobin
    Politik
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    Der Vize-Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des ungarischen Parlaments, Márton Gyöngyösi von der Nationalisten-Partei Jobbik, hat die Handlungen der politischen Führung in Kiew mit der Politik von Faschisten verglichen. Das berichtet das Portal ukraina.ru am Sonntag.

    Dem Politiker zufolge hat sich in der Ukraine nach der Abschaffung des Gesetzes „Über die Grundlagen der staatlichen Sprachpolitik“, das den europäischen Normen entspricht, die Situation in Bezug auf die Regionalsprachen verschärft. Gyöngyösi hält eigenen Angaben nach die Beraubung der verschiedenen ethnischen Gruppen, sich in ihrer Muttersprache zu unterhalten, als völlig inakzeptabel.

    „Die politische Situation in der Ukraine hat sich nach den Ereignissen auf dem Maidan um 180 Grad gewendet und geht den Weg eines unverhohlenen Extremismus oder gar Faschismus. Diese Menschen, die Angriffe ausüben, unterstützen diese gewisse ‚ukrainische Idee‘ und berücksichtigen die Rechte anderer ethnischen Gruppen nicht. Für sie gibt es keine anderen Völker. Sie errichten einen mononationalen und monokulturellen Staat. Das darf nicht toleriert werden“, zitiert das Portal Gyöngyösi.

    Mitte Mai waren auf Initiative der Leiter der ungarischen Gemeinschaft im westukrainischen Gebiet Transkarpatien, Michail Towt und Yosif Borto, auf Ortstafeln Aufschriften auf Ungarisch wie „Bezirk Wynohradiw. Die Ungarn begrüßen Sie“ und „Bezirk Berehove. Region der ungarischen Sprache“ aufgetaucht. Danach sollen ukrainische Sicherheitsdienste, Politiker und Nationalisten begonnen haben, Druck auf die ethnischen Ungarn Druck auszuüben.

    „Man darf den Wunsch der Völker nicht missachten. Der Wunsch der örtlichen Bevölkerung, besonders in Anbetracht der aktuellen negativen Tendenz in der Ukraine, kann zum Zerfall des Landes führen. Wenn sich die Ukraine gegenüber den ethnischen Gruppen nicht als gleichwertigen Partner verhält, wird die Ukraine zerfallen. Das geschieht bereits im wirtschaftlichen Bereich. Ich sehe heute keine Bedingungen, die helfen könnten, die Ukraine als einheitlichen Staat zu erhalten“, so der Jobbik-Politiker ferner.

    Ihm zufolge weigern sich die ukrainischen Politiker ohne jegliche Angabe von Gründen, die von Kiew unterzeichnete „Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen“ einzuhalten. Ihre Position würden sie stets damit argumentieren, dass an allem Moskau schuld sei. 

    „Leider ist es unter den gegenwärtigen Umständen unmöglich, einen normalen Dialog mit den ukrainischen Vertretern zu führen. Sie hören uns nicht, sehen uns nicht, und wollen uns gar nicht verstehen. Sie sind völlig besessen von irgendeiner Idee und ihrer eigenen Darstellung der Ukraine. Sie sind illusionär und befinden sich in einem ständigen Krieg mit Russland“, so Gyöngyösi.

    Im Jahr 2003 hatte die Ukraine die „Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen“ ratifiziert. Diese verpflichtet den Staat dazu, die Verwendung dieser Sprachen in allen Bereichen des öffentlichen Lebens aktiv zu fördern: im Rechtswesen, in der staatlichen Verwaltung, in der Wirtschaft, bei der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, in der Bildung, in den Medien und in der Kultur. Zu den Regional- und Minderheitensprachen in der Ukraine zählen Russisch, Weißrussisch, Bulgarisch, Armenisch,  Gagausisch, Jiddisch, Krimtatarisch, Moldauisch, Deutsch, Neugriechisch, Polnisch, Romanes, Rumänisch, Slowakisch, Ungarisch und Karäisch.

    Die 1992 vom Europarat verabschiedete Charta soll die verschiedenen Sprachen Europas, die nicht offiziell Landessprache sind, vom dem Aussterben schützen.

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    Tags:
    Sprachpolitik, Zerfall, Sprache, Faschismus, Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen, Partei Jobbik, Marton Gyöngyösi, Transkarpatien, Ungarn, Russland, Ukraine