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05:20 23 Juli 2019
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    An der russisch-ukrainischen Grenze im Gebiet Charkiw

    Russland hilft der Ukraine Donbass zurückzugewinnen

    © AP Photo / Inna Varenytsia
    Politik
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    Moskau und Kiew erhöhen ihr Handelsvolumen von Erzeugnissen militärischer Bestimmung. Dies berichtet die Online-Zeitung svpressa.ru.

    Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko und der Nato-Generalsekretär, Jens Stoltenberg
    © AP Photo / Mykola Lazarenko/Pool
    Trotz der eingeführten Sanktionen und geharnischten Erklärungen aus Kiew sei die Zusammenarbeit im Rüstungsbereich um 72 Prozent gewachsen. Dies stellte der darüber wütende Chef der ukrainischen Swoboda-Partei, Oleg Tjagnibok,  in einer Sendung des lokalen TV-Senders ZIK mit. Er berief sich auf Angaben des ukrainischen Statistikamtes.

    „Laut Angaben des ukrainischen Statistikamtes war die Russische Föderation im Jahr 2016 beim Export und beim Import der größte Handelspartner der Ukraine. Außerdem führt die Ukraine Handel auch mit den besetzten Gebieten…Im Jahr 2016 ist die Zahl der militärischen Dienstleistungen, die die Ukraine nach Angaben des ukrainischen Statistikamtes der Russischen Föderation angeboten hat, um 72 Prozent gewachsen“, sagte Tjagnibok.

    Vor einigen Tagen habe Dimitri Tymtschjuk, Abgeordneter der Wechowna Rada der Ukraine  und Koordinator der Gruppe „Informationeller Widerstand“, angemerkt, dass der ukrainische Militär-Industrie-Komplex den Bedarf der eigenen Armee derzeit nur zur 40 Prozent decken könne, das mache eine Suche nach Ersatzteilen für die Reparatur der Militärtechnik, die  im Kampf beschädigt wurde, erforderlich, so das Blatt.

    Laut Tymtschjuk ist Russland noch seit der Sowjetzeit oft die einzige Quelle für Ersatzteile. Da es derzeit Restriktionsmaßnahmen zu den Handelsbeziehungen mit Russland gebe, zwinge dies ukrainische Unternehmen, russische Ersatzteile durch Unterhändler zu erwerben.

    Es sei nicht leicht, die Daten über die Lieferungen von Erzeugnissen doppelter Zweckbestimmung aus der trockenen Statistik zu extrahieren, jedoch zeugten die Fakten generell davon, dass der Anteil Russlands am ukrainischen Außenhandel heute allgemein bei zehn Prozent liege.

    Trotz der Tatsache, dass die Ukraine Russland von allen Bühnen als „Aggressor-Staat“ bezeichnet, bleibt es ihr wichtigster Handelspartner. So belief sich das bilaterale Handelsvolumen zwischen der Ukraine und der Russischen Föderation im Jahr 2016 nach Angaben des ukrainischen Statistikamtes auf 8,7 Milliarden US-Dollar. Davon betrug der Export ukrainischer Güter nach Russland fast 3,6 Milliarden US-Dollar (was 25,6 Prozent weniger als im Vorjahr ist), der russische Import verringerte sich um 31,3 Prozent, belief sich jedoch immerhin auf 5,1 Milliarden US-Dollar.

    Das Handelsvolumen zwischen Russland und der Ukraine machte nach Angaben des russischen Zolls im Januar dieses Jahres 644,6 Millionen US-Dollar aus, was einen fast 50-prozentigen Anstieg gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres bedeutet. Im Januar seien aus Russland in die Ukraine Güter im Gesamtwert von 370,5 Millionen US-Dollar (27 Prozent Wachstum) geliefert worden,  der Wert der aus der Ukraine nach Russland gelieferten Güter betrug demnach 274,1 Millionen US-Dollar (fast ein dreifaches Wachstum). Der ukrainische Anteil am Außenhandelsumsatz Russlands sei im Januar 2017 im Vergleich zum Wachstum im Vorjahr von 1,6 Prozent auf 1,7 Prozent gewachsen. „Ist das nicht zu viel für ein Land, welches von Kiew als „Aggressor“ bezeichnet wird?“, fragt die Zeitung.

    Das Hauptproblem bleibe aber der Import und Export von Erzeugnissen militärischer Bestimmung. Es stelle sich also heraus, dass Kiew, während es Krieg gegen die Republiken im Donbass, unter Verletzung der Minsker Abkommen, führt, für Kampfhandlungen nicht nur Mittel aus einem „friedlichen Export“ ausgibt, sondern auch noch aus Russland Erzeugnisse bekommt, die es für die Wiederherstellung von Waffen und Militärtechnik ausgibt.

    Es sei kein Geheimnis, so das Blatt weiter, dass das Unternehmen „Motor Sitsch“, das sich im ukrainischen Gebiet Saporoschje befindet, weiterhin inoffiziell Erzeugnisse nach Russland liefert, da die russische Produktion von Triebwerken für Helikopter der Typen BK-2500 und TB-117B den durch den offiziellen Abbruch der Beziehungen im Bereich der militärtechnischen Zusammenarbeit entstandenen Bedarf allein nicht decke. Es sei demnach bekannt, dass „Motor Sitsch“ im Januar 2017 16 Wellenturbinen des Typs ТВ3−117 und im Februar noch 36 weitere Wellenturbinen im Gesamtwert von 32 Millionen US-Dollar an Russland geliefert habe. Im März seien weiter 40 solche Triebwerke mit einem Gesamtwert von 26,5 Millionen Dollar exportiert worden.

    Im Februar 2017 hatte der renommierte Stockholmer internationale Friedensforschungsinstitut (SIPRI) im Jahresergebnis 2016 Russland als den größten Käufer von Erzeugnissen doppelter Zweckbestimmung von Kiew bezeichnet. Das Wachstum der Lieferungen nach Russland betrug demnach 72 Prozent (169 Millionen US-Dollar gegenüber 98 Millionen US-Dollar im Jahr 2015). Damals fügten SIPRI-Experten jedoch hinzu, dass die Angaben auch zuvor abgeschlossene, aber im Jahr 2016 erfüllte Verträge berücksichtigen. Dennoch werde eine gewisse russisch-ukrainische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der militärtechnischen Zusammenarbeit fortgesetzt. Wenn diese auch nicht direkt erfolgt.

    So hat im Februar die Nationale öffentliche Rundfunk- und Fernsehgesellschaft der Ukraine gemeldet, dass das ukrainische Verteidigungsministerium, trotz des Abbruchs der Zusammenarbeit von Ukraine und Russland im Rüstungsbereich, weiterhin russische Ersatzteile erwirbt.  Für die ukrainischen Schützenpanzerwagen der Serie BTR-80 seien unter anderem 20 vom russischen Unternehmen „Kamaz“ produzierte und von einer Tochtergesellschaft des ukrainischen Unternehmens „Ukroboronprom“ mithilfe einer Vermittlungsfirma aus Moldawien gekaufte Motoren geliefert worden.

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    Tags:
    Militär, Krieg, Handel, Import, Rüstung, Donbass, Kiew, Ukraine, Russland