11:34 13 August 2020
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    Die Ukraine will ab dem Jahr 2022 Gas direkt aus Norwegen importieren. Dies teilte der Berater des ukrainischen Ministers für Energie- und Kohlindustrie, Maxim Beljawski, am Sonntag mit. Dafür soll aber eine Gaspipeline-Verbindung zu Polen gebaut werden.

    „Es bleibt nur, den Interconnector UAPL zu bauen. Im Herbst soll der Kauf von Röhren beginnen“, schrieb der Minister-Berater auf Facebook.

    Zu seinem Facebook-Beitrag fügte er ein Foto der am 9. Juni unterschriebenen Absichtserklärung zwischen Polen und Dänemark hinzu. In dem Dokument geht es um das Projekt der Gasleitung Baltic Pipe, die einen direkten Gastransport von Norwegen nach Polen ermöglichen soll. Die endgültige Entscheidung zu den Investitionen ist im Jahr 2018 fällig, der Bau der Pipeline soll 2022 abgeschlossen werden.

    Laut dem ehemaligen Pressesprecher des ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz, Valentin Semljanski, lässt die Aussage des ukrainischen Minister-Beraters etliche Fragen aufkommen.

    „Erstens sind das ziemlich langfristige Pläne, deren Umsetzung unter heutigen Wirtschaftsbedingungen sehr unklar ist“, so Semljanski. Die Ukraine habe keine klare Strategie für ihre wirtschaftliche Entwicklung, daher gebe es zurzeit keine Möglichkeit, das erforderliche Gasvolumen zu bestimmen.

    „Das sieht danach aus, dass die Erklärung des Ministeriums einen ausschließlich politischen Charakter hat und einer,Erdgas-Visafreiheit‘ ähnelt“, so Semljanski weiter.

    Zudem sei auch die wirtschaftliche Zweckmäßigkeit des Projekts fraglich: angefangen von den Investitionen in den geplanten Interconnector mit Polen bis hin zum Preis des norwegischen Gases, das als das teuerste in Europa gelte.

    Seit Ende 2015 kauft Kiew kein russisches Gas mehr, das zuvor mehr als die Hälfte des ukrainischen Energiebedarfs gedeckt hatte. Zurzeit importiert die Ukraine das Erdgas über europäische Firmen. Zudem versucht Kiew, dem Bau der Gaspipline Nord Stream 2 im Wege zu stehen.

     

     

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    Tags:
    Gas, Norwegen, Ukraine