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13:01 18 Oktober 2019
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    Sohn des gestürzten und ermordeten ehemaligen libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi, Saif al-Islam

    Auf freiem Fuß: Gaddafis Sohn appelliert an die Welt und die Libyer

    © AP Photo / Ammar El-Darwish
    Politik
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    Der am Samstag freigelassene Sohn des gestürzten und ermordeten ehemaligen libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi, Saif al-Islam, will seinen Verwandten zufolge demnächst in einer Ansprache an das libysche Volk und die Völkergemeinschaft dazu aufrufen, dem Bruderzwist ein Ende zu bereiten und einen Rechtsstaat zu bilden.

    Wie sein nächster Verwandter, Ahmed Muhareb al-Gaddafi, gegenüber Sputnik sagte, wolle sich Saif al-Islam gar nicht rächen, sondern Führer der nationalen Versöhnung werden.    

    „Er wird in seiner Rede die Libyer zur Konsolidierung auffordern, um der Anarchie, dem bewaffneten Bruderzwist ein Ende zu setzen, um die Heimat und deren territoriale Integrität zurückzugewinnen, die Waffen zu strecken, Reformen der Staatsstrukturen durchzuführen  und einen Rechtsstaat bilden zu können“, gab Ahmed Muhareb al-Gaddafi einzelne Punkte der künftigen Botschaft von Saif al-Islam wieder.    

    Jene, die in Verbrechen gegen Bürger und den Staat verwickelt seien, müssten strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden.  

    Zuvor war mitgeteilt worden, dass Saif al-Islam am Samstag das Gefängnis in Sintan verlassen und sich in die ostlibysche Stadt al-Baida zu seinen Verwandten begeben habe.

    Wie Ahmed Muhareb al-Gaddafi wenige Stunden nach der Freilassung von Saif al-Islam gegenüber Sputnik sagte, „erwartet nun die Welt nach der Freilassung des Ingenieurs Saif al-Islam in den kommenden Tagen eine große Überraschung“.

    Saif al-Islam Gaddafi, der als möglicher Nachfolger seines Vaters gegolten hatte, war im November 2011 von Rebellen bei dem Versuch gefasst worden, die Grenze zu Niger zu überschreiten. Er wurde seitdem in einem Gefängnis in Sintan, 160 Kilometer südwestlich von Tripolis, festgehalten. Die neuen libyschen Behörden hatten ihn wegen Beeinträchtigung der nationalen Sicherheit des Landes angeklagt.

    Zurzeit gibt es in Libyen eine Doppelherrschaft: Im Osten des Landes regiert ein vom Volk gewähltes Parlament — im Westen die unter UN-Unterstützung gegründete Regierung der Nationalen Einheit. Die östliche Regierung handelt unabhängig von der westlichen, die in Tripolis sitzt, und kooperiert mit der nationalen Armee, die wiederum einen andauernden Krieg gegen Islamisten führt.

    Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi wurde am 20. Oktober 2011 von Rebellen ermordet, die von der Nato Unterstützung erhielten. Der damals im Land entstandene Bürgerkrieg wird praktisch bis heute geführt. Das Land befindet sich in einer schwierigen politischen und wirtschaftlichen Krise. 

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    Tags:
    Vorbereitung, Botschaft, Freilassung, Uno, Saif al-Islam al- Gaddafi, Ahmed Muhareb al-Gaddafi, Muammar al-Gaddafi, Libyen