19:48 24 April 2019
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    Erzieherin und Kind in einem sowjetischen Kindergarten in Cherson (heute unabhängige Ukraine)

    Putin erläutert: Darum ist Zerfall der UdSSR größte Katastrophe

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    Oliver Stone interviewt Wladimir Putin (37)
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    Vor zwölf Jahren hat Wladimir Putin den Zusammenbruch der Sowjetunion als „größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts“ bezeichnet. Nun erläutert der russische Präsident, warum er bei dieser Meinung bleibt.

    „Ich werde oft dafür kritisiert, dass ich den Zerfall der Sowjetunion bedauere“, sagte Putin in einem Interview mit US-Regisseur Oliver Stone, das der Sender „Showtime“ am Montag auszugsweise ausstrahlte. „Das Allererste und Wichtigste besteht darin, dass 25 Millionen Russen sich über Nacht im Ausland befanden. Das ist tatsächlich eine der größten Katastrophen des 20. Jahrhunderts.“

    Die Sowjetbürger, die Angehörige in verschiedenen Teilen des einheitlichen Landes hatten, berufstätig und gleichberechtigt waren, seien mit einem Schlag jenseits der Grenze erwacht, erläuterte Putin.

    In Russland selbst seien „die Sozial- und Krankenversorgung zusammengebrochen, ganze Wirtschaftssparten danieder gekommen, die Armee fristete ein elendes Dasein, Millionen von Menschen rutschten unter die Armutsgrenze.“

    „In unserem Land kam es zu einem regelrechten Bürgerkrieg. Ich sah das als Direktor des Föderalen Sicherheitsdienstes (Geheimdienst FSB – Anm. d. Red.) sehr gut“, so der russische Präsident.

    Am 8. Dezember 1991 unterzeichneten die damaligen Präsidenten der Russischen, der Ukrainischen und der Weißrussischen Sowjetrepublik – Boris Jelzin, Leonid Krawtschuk und Stanislau Schuschkewitsch – im Nationalpark Beloweschskaja eine Vereinbarung über die formelle Auflösung der in einer schweren wirtschaftlichen Krise steckenden Sowjetunion.

    Die Vereinbarung wurde ohne Absprache mit dem sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow und den Leitern der zwölf anderen Sowjetrepubliken signiert. Rund neun Monate davor hatten die Sowjetbürger bei einem Referendum mehrheitlich (76,4 Prozent) für ein Weiterbestehen der UdSSR gestimmt.

    Die meisten Russen verbinden die ersten postsowjetischen Jahre mit Chaos, totaler Armut und Raubkapitalismus. Laut einer Studie des unabhängigen Meinungsforschungsinstituts Levada vom Dezember 2016 bedauern 56 Prozent der Russen auch heute den Zerfall der Sowjetunion.

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