00:01 26 Februar 2020
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    Der Staatsanwalt des Internationalen Strafgerichtshofes (IStGH) hat dazu aufgerufen, den Sohn des ehemaligen Staatschefs Libyens Muammar Gaddafi, Saif al-Islam Gaddafi, zu verhaften. Das geht aus einer Erklärung auf der amtlichen Webseite des IStGH hervor.

    „Der Haftbefehl gegen Herrn Gaddafi, den der Internationale Strafgerichtshof am 27. Juni 2011 wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit erteilt hatte, bleibt in Kraft, und Libyen ist verpflichtet, Gaddafi unverzüglich zu verhaften und an den IStGH zu überstellen – unabhängig von jeglichen Amnestiegesetzen, die in Libyen herausgegeben werden können“, heißt es in der Erklärung.

    Der Staatsanwalt prüfe derzeit Informationen über die Freilassung von Gaddafi und habe die libyschen Behörden, den UN-Sicherheitsrat und andere interessierte Staaten und Organisationen ersucht, ihm Informationen über dessen Aufenthaltsort vorzulegen.

    Die im libyschen Sintan ansässige bewaffnete Gruppierung „Abu Bakr al-Siddik“, die vor sechs Jahren Gaddafis Sohn festgenommen und seitdem festgehalten hatte, will ihn auf freien Fuß gesetzt haben. Die Freilassung  sei auf der Grundlage eines Amnestiegesetzes erfolgt, welches das Parlament im Osten des Landes erlassen hatte. Laut dem Anwalt von Saif al-Islam hält sich dieser im Moment in Libyen auf. Der Anwalt wollte keine näheren Details über seinen Mandanten mitteilen.

    Nach dem Sturz des Gaddafi-Regimes 2011 war auf ihn und seine Familienangehörigen eine regelrechte Jagd eröffnet worden. Die Aufständischen töteten den Staatschef und seinen Sohn Mutasim. Gaddafis weiterer Sohn Hamis soll bei Bombardements in Tripolis ums Leben gekommen sein. Saif al-Islam, einer der ergebensten Mitläufer seines Vaters, war von Aufständischen gefangen genommen worden.

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