16:28 18 September 2020
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    Systemlösungen für Bürgeranliegen müssen in Russland vielerorts erst ausgearbeitet werden. Bis dahin muss der Präsident – zu seinem Ärgernis – vieles per Hand steuern, wie Wladimir Putins Sprecher, Dmitri Peskow, erklärte.

    Ein Wesenszug des Präsidenten sei es, an die Lösung von Problemen systematisch heranzugehen. Die Notwendigkeit, manche Bürgerfragen persönlich, quasi in Handarbeit lösen zu müssen, sei für Putin deshalb „äußerst negativ, ein Ärgernis“, sagte sein Sprecher Peskow dem russischen TV-Sender „Perwyj kanal“.

    „Er versteht natürlich, dass manuelles Management in diesem konkreten Fall die schnellste, effektivste Methode ist, ein Problem zu lösen. Das Wichtigste aber ist: die Koordinaten für eine Systemlösung festzulegen“, so Peskow.

    LIVE: „Heißer Draht“ mit Putin — Kremlchef stellt sich Fragen seiner Mitbürger

    Das heißt konkret: Der Präsident „nutzt konkrete Fälle, um eine Modellösung mit den zuständigen Ministerien, Behörden und regionalen Machthabern auszuarbeiten, die dann auf das ganze Land ausgeweitet wird“, erklärte der Kreml-Sprecher. Die beispielhaften Fälle wähle der Präsident persönlich aus.

    Peskow betonte ferner: Es gebe zwar eine gewisse Balance, aber soziale Themen würden in den Bürgerfragen vorherrschen. „Soziale Fragen wiederholen sich von Jahr zu Jahr. In diesem Jahr aber beschwert man sich mehr über jene Vorgänge, die mit Lohnkürzung und der Kürzung von Sozialleistungen verbunden sind. Obwohl es auch Menschen gibt, die positive Verschiebungen feststellen.“

    Und dann gebe es eine ganze Menge Fragen, weil Putin schlicht einfacher zu erreichen sei als die regionalen Verantwortlichen. „Das ist das Verblüffendste“, sagte Peskow.

    Wladimir Putins allererster „Direkte Draht“ fand noch in seiner ersten Amtszeit statt, am 24. Dezember 2001. Im Vorjahr stand der russische Präsident den Bürgern zum 14. Mal live im Fernsehen Rede und Antwort. Über 2,3 Millionen Fragen wurden damals eingereicht.

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    heißer Draht, Perwyj Kanal, Dmitri Peskow, Wladimir Putin, Russland