05:33 21 November 2017
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    Donezk-Sewerny (Donbass) nach ukrainischem Artillerieangriff: Mann zeigt seine zerstörte Wohnung, April 2017Donezk-Sewerny (Donbass) nach ukrainischem Artillerieangriff: Zerstörte Wohnung in einem Wohnblock, April 2017

    Ukraine-Konflikt: Donezk erwartet „saisonbedingte“ Eskalation

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    Kein Frieden im Donbass (2017) (212)
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    Die selbsterklärte Volksrepublik Donezk im Osten der Ukraine, die seit drei Jahren gegen die Regierungstruppen kämpft, befürchtet, dass der schleichende Konflikt im August wieder eskalieren wird. Der Donezker Parlamentschef Denis Puschilin ruft deshalb die Weltgemeinschaft zu mehr Druck auf die Ukraine auf.

    „Im letzten und im vorletzten Jahr hat es im August eine Eskalation gegeben“, sagte Puschilin am Donnerstag zur Nachrichtenagentur DAN.  „Wir erwarten von der Weltgemeinschaft, dass sie uns hilft und Kiew unter Druck setzt.“

    Ohne die Hilfe würde der Krieg wieder aufflammen, es würde neue Opfer und Zerstörungen geben, warnte der Politiker.  

    Formell gilt seit September 2015 im Osten der Ukraine eine Waffenruhe, dennoch kommt es immer wieder zu Beschuss. Nach Angaben aus Donezk hat das ukrainische Militär in den vergangenen 24 Stunden 66 Mal den Waffenstillstand gebrochen und 23 Ortschaften der „Volksrepublik“ unter Einsatz von Artillerie, Panzern und Handfeuerwaffen angegriffen. Die ukrainische Armee ihrerseits meldete 55 Angriffe durch die Donezker Milizen.

    Auch die OSZE spricht von einer zunehmenden Gewalt im Donbass. Alexander Hug, Vizechef der OSZE-Beobachtungsmission in der Ukraine, teilte am Donnerstag mit, dass die die Zahl der Verstöße gegen die Waffenruhe seit einer Woche um 75 Prozent angewachsen sei.

    Vor zwei Wochen hatte der Kiewer Sicherheitsratschef Alexander Turtschinow beim Besuch seiner Soldaten geäußert, dass der Krieg erst dann enden würde, wenn ukrainische Truppen in Moskau stünden.

    Die ukrainische Regierung hatte im April 2014 Truppen in die östlichen Kohlefördergebiete Donezk und Lugansk (Donbass) geschickt, nachdem diese den nationalistischen Staatsstreich vom Februar in Kiew nicht anerkannt und zuerst mehr Selbständigkeit gefordert und dann unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten. Nach den jüngsten UN-Angaben sind bei den Gefechten zwischen dem Kiew-treuen Militär und örtlichen Bürgermilizen bislang insgesamt fast 10.000 Menschen ums Leben gekommen.

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    Denis Puschilin, Volksrepublik Donezk, Donbass, Ukraine
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