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08:45 21 September 2019
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    Protest gegen Erdogan in Washington

    Nach Schlägerei vor türkischer Botschaft: USA klagen Bodyguards von Erdogan an

    © REUTERS / JOSHUA ROBERTS
    Politik
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    Die US-Polizei will am Donnerstag die Anklagen gegen zwölf Sicherheitsleute des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan bekannt geben, die am 16. Mai Demonstranten vor der Botschaft der Türkei in Washington tätlich angegriffen haben sollen. Dies berichtet die Zeitung „The New York Times“ (NYT).

    Die betroffenen Sicherheitsleute verließen demnach die USA einige Stunden nach dem Vorfall. Es sei unwahrscheinlich, dass Ankara sie an die US-Justiz ausliefere, so das Blatt.

    Unter den Beschuldigten seien zwei amerikanische Bürger türkischer Abstammung: Sinan Narin aus dem Bundesstaat Virginia und Eyup Yildirim aus New Jersey, denen schwere Verbrechen und Misshandlung vorgeworfen wurden.

    Die Administration von US-Präsident Donald Trump habe in diesem Fall behutsam vorgehen müssen, um diplomatische Verwicklungen mit einem der wichtigsten Nato-Verbündeten zu vermeiden, so „The New York Times“. Dennoch sollen sich aus dem Vorfall negative Folgen ergeben haben: Eine geplante Vereinbarung über einen Verkauf von US-Waffen im Wert von 1,2 Millionen Dollar an die Türkei sei gestoppt worden.

    Nach US-Besuch von Erdogan: Ankara bestellt amerikanischen Botschafter ein

    Am 16. Mai war es am Rande des Besuches des türkischen Staatschefs in Washington zu einer heftigen Schlägerei zwischen Gegnern und Unterstützern Erdogans gekommen. Nach Angaben von Rettungskräften mussten neun Menschen in ein Krankenhaus gebracht werden, zwei von ihnen erlitten schwere Verletzungen.

    Viele Protestteilnehmer hatten Fahnen der syrisch-kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) mit sich getragen. Wie Augenzeugen berichteten, haben die Sicherheitsleute von Erdogan die Demonstranten attackiert. Die USA unterstützen im syrischen Bürgerkrieg die syrische Kurdenmiliz YPG, was von türkischer Seite heftig kritisiert wird. Sie betrachtet die Kurdenmiliz als Terrororganisation, da sie als syrischer Ableger der verbotenen türkischen Arbeiterpartei PKK gilt.

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    Tags:
    Kurden, Demonstration, Schlägerei, Bodyguards, Leibwächter, syrisch-kurdische Volksverteidigungseinheiten (YPG), Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Kurdenpartei PYD, The New York Times, Donald Trump, Recep Tayyip Erdogan, Washington, Türkei, USA