09:53 20 Juni 2019
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    Arabische Koalition fliegt Bombenangriffe im Jemen (Archiv)

    Huthis im Jemen vs. saudische Marine – Bislang zehn Schiffe versenkt

    © AP Photo / Hani Mohammed
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    Die Huthi-Rebellen im Jemen gehen gegen die Marine Saudi-Arabiens mit Erfolg vor. Nach Angaben der Emirate News Agency (WAM) wurde am Freitag ein Schiff mit medizinischen Hilfsgütern aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) versenkt, schreibt Alexander Chrolenko, militärpolitischer Kommentator von Rossiya Segodnya, am Samstag.

    Der Raketenangriff erfolgte im Raum des Hafens Mokka im Roten Meer. Einigen anderen Angaben zufolge wurde eine saudische Fregatte der Klasse „Al Madina“ versenkt. Das jemenitische Fernsehen zeigte eine Videoaufzeichnung des Raketenschlags.

    Beobachter gehen davon aus, dass die Raketen entweder von einem Kriegsschiff der Huthis oder von einem U-Boot ihres Verbündeten Iran abgefeuert wurden. Es sei daran erinnert, dass eine Fregatte der saudischen Marine im vergangenen Januar im Raum des Rotmeerhafens Al-Hudaida (Jemen) durch drei Schnellboote attackiert wurde.

    Im Herbst 2016 sollen die Huthis ein saudisches Schiff mit humanitären Hilfsgütern an Bord versenkt haben. Es handelt sich um ein experimentelles Schiff vom Typ HSV-2 mit einer Wasserverdrängung von 1.600 Tonnen. Die HSV-2 war von der US-Marine gepachtet und im Zweiten Libanon-Krieg eingesetzt worden.

    „Insgesamt hat die arabische Koalition seit 2015 vor der Küste Jemens rund zehn Kriegsschiffe verloren. Dass sie von den Partisanen versenkt wurden, ist schwer zu glauben. Das Kommando der Koalitionskräfte stuft solche Attacken als Terrorakte ein, die bewaffnete Anhänger der jemenitischen Huthi-Bewegung auf ihrem Kerbholz haben“, schreibt der Autor.

    Die Anwendung gewisser taktischer Tricks und der Einsatz von Raketen durch die Huthis im Roten Meer und im Golf von Aden lässt vermuten, dass sie eine einheitliche Kommandozentrale, ein weitverzweigtes Aufklärungs- und Kommunikationssystem sowie gut ausgebildete Militärexperten haben.

    Bei der im Januar versenkten Fregatte handelt es sich bereits um das siebente Schiff, das die saudische Marine verloren hat. Das sechste Schiff wurde im November 2015 vernichtet, nachdem es Wohnviertel in Küstenstädten und –dörfern im Gouvernement Taiz mit Raketen beschossen hatte. Zuvor hatten die Huthis am 9., am 11. und am 25. Oktober sowie am 7. und am 15. November 2015 saudische Schiffe versenkt. Zudem wurde im Oktober 2016 der US-Zerstörer „Mason“ unter Beschuss genommen.

    Die arabische Koalition ist nicht an einer objektiven Berichterstattung über ihre Verluste interessiert und führt die Verluste in der Regel auf „technische Pannen“ zurück.

    Derzeit ist im Jemen die folgende Kräftekonstellation festzustellen: Auf der einen Seite kämpfen die vom Iran unterstützten schiitischen Huthis, auf der anderen Seite Sunniten, die Saudi-Arabien mit Waffen und Geld versorgt. Die USA, die die Saudis und deren Verbündeten Waffen liefern, erheben Anspruch auf die Rolle eines „regionalen Dispatchers“.

    Jemens Hauptstadt Sanaa wird derzeit von den Huthis kontrolliert. Ihre Positionen werden von der Luftwaffe der arabischen Koalition mit Saudi-Arabien an der Spitze attackiert, die auf der Seite der geflüchteten jemenitischen Regierung kämpft. Bislang konnten sich die Koalitionskräfte in strategisch wichtigen südlichen Küstenbereichen Jemens behaupten und die Kontrolle über die Meerenge von Bab el-Mandeb herstellen.

    Im November 2015 hatte der Iran offiziell Pläne bekannt gegeben, Seestützpunkte in Syrien und im Jemen einzurichten, die „zehnmal effektiver werden als Atomwaffen“. Der Stützpunkt im Jemen wird es dem Iran gestatten, sich gegen Saudi-Arabien in der Region zu stemmen, den Huthis Hilfe zu leisten und dritte Länder zum Verzicht auf Pläne zu bewegen, sich in den Konflikt einzumischen.

    Gemeint sind wohl die USA, deren Schiffe die Huthis im Herbst 2016 mit aus dem Iran gelieferten Raketen beschossen hatten. Die Amerikaner erwiderten den Angriff, was die Präsenz eines iranischen Marinestützpunktes im Jemen ohne Zweifel problematisch gemacht hätte.

     

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    Verluste, Kriegsschiffe, Huthi-Rebellen, Saudi-Arabien, Jemen