02:57 11 Dezember 2017
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    Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Gespräch mit US-Präsident Barack Obama beim G20-Gipfel in Antalya, am 15. November 2015

    „Ein Fehler“: Gabriel kritisiert Obamas Russland-Politik

    © AFP 2017/ RUSSIAN PRESIDENTIAL PRESS OFFICE
    Politik
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    Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat Washingtons jüngste Entscheidungen in Bezug auf Moskau erneut kritisiert. In einem Interview gegenüber der „Welt am Sonntag“ äußerte Gabriel die Hoffnung, dass die Administration des US-Präsidenten Donald Trump die Fehler korrigiert, die sein Vorgänger Barack Obama in seiner Russland-Politik gemacht habe.

    Es wäre gut gewesen, hätte die neue US-Administration mit Russland einen Neustart, neue Kontakte, neue Verhandlungen gesucht, betonte Gabriel. „Ohne Russland können wir die Konflikte in Syrien, Libyen, in der Ukraine und anderswo nicht überwinden.“

    Der deutsche Chefdiplomat äußerte zudem Kritik an der Politik von Ex-Präsident Obama: „Barack Obamas Versuch, Russland zu demütigen, war ein großer Fehler. Ich hoffe nach wie vor, dass Washington diesen Fehler korrigiert.“ Derzeit sehe es aber eher danach aus, dass Washington und Moskau sich eher voneinander abwenden würden, betonte er weiter.

    Obama hatte in seiner Amtszeit als US-Präsident Russland als „regionale Macht“ bezeichnet. Später räumte er aber ein, Moskau besitze einen ernsthaften Einfluss in der Welt.

    Bemerkenswerterweise ist die Passage mit Gabriels Kritik an Obama nur in der online-Version der Ausgabe zu finden, den Lesern der Print-Version wurde diese Passage vorenthalten.

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    Trump hatte noch während des Wahlkampfs und auch nach seiner Amtseinführung mehrfach seinen Wunsch nach einer Verbesserung der Beziehungen zu Moskau betont. Dennoch bezeichnen viele ranghohe US-Politiker, darunter auch im Trump-Team, Russland weiterhin als größte Bedrohung für die USA.

    Zuvor hatte Gabriel gemeinsam mit dem österreichischen Bundeskanzler Christian Kern den neuen vom US-Senat beschlossenen Gesetzentwurf zu Russland-Sanktionen scharf kritisiert. Damit verfolge Washington in erster Linie seine eigenen wirtschaftlichen Interessen, hieß es in der gemeinsamen Stellungnahme. Den USA gehe es mit dem Entwurf vorrangig darum, in Europa selber mehr Flüssiggas zu verkaufen und russische Erdgasliegerungen vom europäischen Markt zu verdrängen, so Gabriel.

    Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel schloss sich der Kritik Gabriels an. "Es ist, vorsichtig gesagt, ein eigenwilliges Vorgehen des US-Senats", hatte am Freitag Regierungssprecher Steffen Seibert gesagt. Es sei "befremdlich", dass bei der Sanktionierung russischen Verhaltens die europäische Wirtschaft ins Visier gerate. Wirtschaftliche Interessen und Sanktionsfragen dürften nicht miteinander vermischt werden.

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    Tags:
    Fehler, Barack Obama, Angela Merkel, Sigmar Gabriel, USA, Deutschland, Russland