14:06 27 Juni 2017
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    Ein Su-22-Kampfjet der syrischen Luftwaffe

    Russland bereitet Abfang von US-Flugzeugen in Syrien vor

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    Politik
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    Einen Tag nach dem Abschuss eines syrischen Kampfjets durch ein US-Flugzeug hat Moskau den Kommunikationskanal zwischen russischem und amerikanischem Militär zur Vermeidung von Zwischenfällen über Syrien am Montag gekappt. Das teilte das russische Verteidigungsministerium mit.

    Stattdessen werde das russische Militär Flugzeuge und Drohnen der US-geführten Koalition als potenzielle Ziele ins Visier nehmen, sollten sie westlich des Flusses Euphrat fliegen, hieß es in Moskau. Zuvor hatte der Stab der US-geführten Koalition bestätigt, dass eine von Bord des Flugzeugträgers „George H. W. Bush“ gestartete F/A-18 Super Hornet einen syrischen Kampfjet vom Typ Su-22 abgeschossen hatte.

    Das Außenministerium in Moskau bezeichnete die Attacke als eine Verletzung der Souveränität Syriens, als Akt der Aggression und als Vorschubleistung für die Terroristen. „Sollten fremde Flugapparate in der Verantwortungszone Russlands gesichtet werden, werden unsere Jäger sie abfangen“, sagte Generalleutnant Aitetsch Bischew, ehemaliger Vize-Befehlshaber der russischen Luftwaffe, der Zeitung „Vsgljad“ (Blick). „Bodengestützte Luftabwehrmittel werden fremde Flugapparate selbstverständlich begleiten. Die Sünder werden gewarnt. Erst danach werden konkrete Entscheidungen situationsbedingt getroffen“, sagte der General.

    Auf der russischen Seite wurde niemand betroffen, teilte Jewgeni Satanowski, Präsident des Instituts für Nahen Osten, mit. „Die Amerikaner versuchen nach Kräften, die russischen Fliegerkräfte zu meiden.“

    Pentagon-Sprecher Peter Cook: „Unsere Hoffnung besteht darin, dass das (zwischen den USA und Russland geschlossene) Memorandum of Understanding, das Zwischenfälle im Luftraum Syriens vermeiden soll, das Risiko derartiger Situationen auf ein Minimum reduzieren wird. Wir hoffen, dass (dieses Risiko jetzt vollständig) beseitigt ist.“ Dabei wies der Sprecher darauf hin, dass syrische Flugapparate nicht unter das Memorandum fallen.

    Ihm zufolge sind die Besatzungen US-amerikanischer Flugzeuge berechtigt, Waffen zur Selbstverteidigung einzusetzen. Dabei sei aber darauf hingewiesen, dass sich die Super Hornet im Gefecht mit der Su-22 nicht verteidigen musste. Ganz im Gegenteil: Im Raum, wo die syrische Maschine abgeschossen wurde, hatte die Koalition ihre Stärke demonstriert, um den Vorstoß der Arme des „Assad-Regimes“ etwa zwei Kilometer von der Deeskalationszone zu stoppen.

    Oberst John Thomas, Vertreter des US-Zentralkommandos im Nahen Osten, behauptete, dass Versuche unternommen wurden, Funkkontakt zur syrischen Maschine herzustellen, die aber scheiterten. Erst danach habe die Super Hornet den Befehl erhalten, die Su-22 zu zerstören. Nach Darstellung der Amerikaner hatte die Su-22 Positionen der sogenannten Demokratischen Kräfte Syriens angegriffen. Damaskus behauptete dagegen, das Ziel der Luftangriffe sei die Terrormiliz Daesh (Islamischer Staat) gewesen.

    „Das syrische Flugzeug hatte überhaupt keine Chancen (gegen die Super Hornet)“, sagte Generalleutnant Bischew. „Das war ein ungleicher Kampf. Die Radarweite bei der Su-22 beträgt höchstens 80 Kilometer und die Reichweite ihrer Raketen 22 Kilometer, während die Super Hornet ihre Ziele auf einer Entfernung von 150 Kilometern orten und ihre Raketen auf eine Entfernung von bis zu 70 Kilometer abfeuern kann“, so der Militär.

    „Das war der erste Abschuss eines Flugzeugs des syrischen Regimes durch die USA“, sagte ein Vertreter der Koalition dem Nachrichtensender CNN. „Die Vernichtung der syrischen Su-22 ist das letzte markante Beispiel für Spannungen zwischen dem von Russland unterstützten syrischen Regime und den US-Koalitionskräften“, schrieb die „Military Times“. Dem russischen Blatt „Wsgljad“ zufolge ist das Risiko eines frontalen Zusammenstoßes zwischen den US-Kräften und der Armee von Präsident Baschar al-Assad auf ein Maximum gestiegen.

     

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    Tags:
    Abfang, Warnung, Jet-Abschuss, USA, Syrien, Russland
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