02:19 19 September 2020
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    Russland hat sich auf die Kandidatur des Leiters der Anti-Terror-Verwaltung der Uno festgelegt. An die Spitze des neuen UN-Gremiums wird der Diplomat Wladimir Woronkow gestellt, der seit 2011 als ständiger Vertreter Russlands bei internationalen Organisationen in Wien arbeitet. Dies teilt die Zeitung „Kommersant“ mit.

    Für diesen Posten wurden dem Blatt zufolge auch die Kandidaturen des russischen Botschafters in den USA, Sergej Kisljak, und des stellvertretenden russischen Außenministers Gennadij Gatilow in Betracht gezogen.

    Die Ernennung Woronkows soll in den kommenden Tagen offiziell verkündet werden. Nach Zeitungsangaben traf sich Woronkow am 20. Juni in New York mit UN-Generalsekretär Antonio Guterres, um Einzelheiten zu besprechen.

    Woronkow ist 64 Jahre alt und hat langjährige Erfahrung in der Diplomatie. Die letzten sechs Jahre war er als ständiger Vertreter Russlands bei internationalen Organisationen in Wien tätig. Er hatte 1975 die historische Fakultät der Moskauer Lomonossow-Universität absolviert. Er spricht außer Russisch auch Englisch und Polnisch. Seine Karriere hatte Woronkow als Dolmetscher begonnen. Dabei hatte er auf höchster Ebene gearbeitet und für den damaligen Staatschef der Sowjetunion Leonid Breschnew gedolmetscht. 

    Die wichtigste Aufgabe der Anti-Terror-Struktur der UNO werde darin bestehen, den Begriff „Terrorismus“  international einheitlich zu bestimmen. Sie werde eine einheitliche Liste von terroristischen Organisationen und einzelnen Terroristen erstellen, so ein Insider. „Die einheitliche Deutung des Begriffs ‚Terrorismus‘ ist die schwierigste“, betonte er. „Alle verstehen das sehr gut, und deswegen wurde die Bildung der neuen Behörde bis zuletzt immer wieder verschoben. Es gibt mehrere Hunderte Definitionen des Terrorismus. Noch mehr als das: Jedes Land hat seine eigene Liste von terroristischen Strukturen.“

    Beim UN-Sicherheitsrat gibt es einen Sonderausschuss für Terrorbekämpfung, wo der „Islamische Staat“ (IS), die al-Nusra-Front, Boko Haram und die al-Qaida samt ihren zahlreichen „Töchtern“ als allgemein anerkannte terroristische Organisationen gelten. Aber über viele andere Gruppierungen können selbst die ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats oft nicht einigen. So gelten die „Muslimbrüder“ in Russland, Saudi-Arabien, den VAE und Ägypten als Terrorismus, in den USA und den EU-Ländern aber nicht. Gleichzeitig wurde die Hisbollah in den USA und Europa als terroristische Organisation erklärt, im Iran und Russland gilt sie aber nicht als solche.

     

     

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    Diplomat, Chef, Struktur, Anti-Terror-Kampf, UN, Antonio Guterres, Wladimir Woronkow, New York, Wien, Russland