05:15 24 August 2017
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    Wladimir Putin (rechts) mit seinem brasilianischen Amtskollegen Michel TemerWladimir Putin (rechts) mit seinem brasilianischen Amtskollegen Michel Temer

    Putin bringt Brasilien bei, wie es eigene Interessen zu schützen hat

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    Die russische Diplomatie hat einen wichtigen Durchbruch erzielt: Russland und Brasilien haben ihr Ziel einer gerechteren Weltordnung jetzt auch auf Papier bekräftigt. Dies berichtet das Portal „rueconomics“.

    Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Mittwoch seinen brasilianischen Amtskollegen Michel Temer im Kreml empfangen. Die beiden Staatschefs haben betont, wie wichtig es sei, eine Reform der Vereinten Nationen voranzutreiben. Zudem hat Moskau seine Entschlossenheit erklärt, den BRICS-Partner Brasilien als Kandidaten für die ständige Mitgliedschaft im UN-Sicherheitsrat zu unterstützen.

    „Eine UN-Reform wird seit langem diskutiert. Einige Staaten würden die ständige Mitgliedschaft im UN-Sicherheitsrat als Institution gerne abschaffen. Russland hingegen prüft dessen Ausweitung um jene Staaten mit einer starken Volkswirtschaft“, sagte Juri Potschta, Professor für Politologie an der Russischen Universität der Völkerfreundschaft, dem Portal.

    Die USA würden lauthals verkünden, die UNO habe sich überlebt und werde mit den heutigen Problemen nicht fertig. Russland und Brasilien aber sehen den Bedarf einer UN-Reform, um die heutige Wirklichkeit angemessener abzubilden. Und auch, um diese Organisation effektiver zu machen, erklärt der Professor.

    Ein konkretes Ergebnis des Treffens ist unter anderem die Erklärung über den strategischen außenpolitischen Dialog, die die beiden Staatschefs unterzeichnet haben. Dieses Papier bekräftigt, dass Russland und Brasilien sich für ein multipolares System in den internationalen Beziehungen einsetzen wollen.

    „Dass dieses Dokument unterzeichnet wurde, ist ein großer Durchbruch für unsere Diplomatie. Schließlich ist der heutige brasilianische Präsident kein großer Freund Russlands. Aber er möchte Brasiliens Rolle bei der Lösung globaler und regionaler Probleme stärken“, erklärt der Politologe Potschta.

    Die Länder Lateinamerikas seien einst der „Hinterhof der USA“ gewesen, „wo Washington mit einem Fingerschnipsen Präsidenten kaufte, einsetzte oder wegputschte.“ Diese Länder würden jetzt versuchen, eine eigenständige außenpolitische Linie zu verfolgen.

    Brasilien gehe da mit gutem Beispiel voran: „Es trägt die Idee mit, mehrere Machtzentren zu etablieren, damit Nationalstaaten auf dieser Grundlage ihre Interessen vertreten und schützen können“, sagt der Politologe. Insofern sei Brasilien durchaus als Verbündeter Russlands zu sehen. „Und vielleicht würde auch die UNO effektiver werden, wenn die USA auf ihre monopolare Hegemonie verzichten würden“, sagt er.

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    Moskau-Besuch, Verträge, Treffen, Partnerschaft, Michel Temer, Wladimir Putin, Brasilien, Russland
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