23:36 17 August 2017
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    F-15E US-Luftstreitkräfte (Archivbild)

    USA müssen Kollisionen mit Russland am Himmel über Syrien vermeiden – US-Fachblatt

    © AFP 2017/ Ethan Miller
    Politik
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    Die USA müssen ihre weiteren Schritte in Syrien nüchtern überdenken und dürfen sich nicht auf einen unkalkulierbaren Konflikt mit Russland im syrischen Luftraum einlassen. Dies schreibt der Redakteur des außenpolitischen Fachblatts „The National Interest“ (NI) und US-Experte für nationale Sicherheit, Nikolas K. Gvosdev.

    Vor mehreren Tagen hatte die US-geführte Koalition der Partnerländer im Kampf gegen den IS nahe Rakka ein Flugzeug der syrischen Armee abgeschossen. Wie Gvosdev in seinem Artikel meint, sei es ein Wunder, dass dies erst jetzt, anderthalb Jahre nach dem Auftauchen der russischen Streitkräfte in Syrien, geschehen sei. Aber die Glückssträhne sei nun zu Ende, warnt er.

    Der Kreml habe zornig, aber doch vorsichtig auf den Abschluss des Jets reagiert, schreibt Gvosdev. Moskau werde fortan ein jedes ohne die Genehmigung der Baschar Assad-Regierung über syrisches Territorium fliegendes Flugzeug als potentiell feindlich betrachten. Das Wichtigste, so der Autor, sei jedoch, dass das russische Kontingent in Syrien keinerlei Handlungen unternommen habe.

    Er erinnerte daran, wie Moskau auf den Abschuss einer russischen Su-24 durch die türkische Luftwaffe reagiert hatte. Eine militärische Reaktion ausschließend, habe Russland Wirtschaftssanktionen gegen Ankara verhängt und zu verstehen gegeben, dass es sein Verhältnis zu den türkischen Kurden ändern könnte. Ein halbes Jahr später habe sich der Präsident der Türkei, Recep Tayyip Erdogan, entschuldigen müssen.

    Das amerikanische Militär werde Russland wahrscheinlich ebenfalls nicht herausfordern, aber gewiss einen Weg finden, ihm das Leben im Nahen Osten zu erschweren. Dabei werde Wladimir Putin vor dem Hintergrund des Bestrebens der USA, die Russland-Sanktionen  zu verstärken, wohl meinen, dass er nichts zu verlieren habe, und zu einer weiteren Konfrontation bereit sein, erläutert der Autor.

    Urteilt man nach den unzähligen jüngsten Anhörungen zur Russlandfrage, so zeige Washington alle Anzeichen einer kognitiven Dissonanz: Russland werde einerseits als starker Gegner beschrieben, der die vereinigten Nato-Kräfte untergraben könne, andererseits aber als „Regime am Rande des Fiaskos“. Bei einer derartigen Herangehensweise riskieren die Amerikaner, im Falle einer Zuspitzung der Konfrontation nicht gebührend vorbereitet zu sein, meint Gvosdev.

    „Jetzt ist klar, dass es nicht mehr um das ursprüngliche Ziel der Trump-Administration geht, diesen oder jenen Deal mit dem Kreml zu erzielen. Es ist nicht auszuschließen, dass die Differenzen  bezüglich der russischen und amerikanischen Werte und Interessen so groß sind, dass keinerlei Kompromisse zwischen ihnen Brücken schlagen können“, schreibt der Autor.

    Demnach sollten die USA Vorsicht im Luftraum über Syrien walten lassen und Kollisionen mit Russland vermeiden, da sie einen solchen Konflikt nicht bräuchten, resümiert Gvosdev.

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    Abschuss, US-Koalition, US-Luftstreitkräfte, Nikolas Gvosdev, Syrien, Russland, USA
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