12:17 23 August 2017
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    US-Übung in Lettland (Archivbild)

    „Warum Eiserne Wölfe der USA litauisches Ministerium beflecken und Mädels rammen“

    © REUTERS/ Ints Kalnins
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    In Vilnius hat eine Polizeistreife einen US-Soldaten festgenommen, der gegen das Gebäude des litauischen Innenministeriums gepinkelt hatte. Er wurde mit einer 15-Euro-Strafe belegt und freigelassen. Es muss ja jemanden geben, der dieses baltische Land vor der „russischen Aggression“ beschützen wird, meint der Militärexperte Alexander Chrolenko.

    Wenn man davon ausgeht, dass das litauische Innenministerium von einem Teilnehmer des großen Nato-Manövers „Eiserner Wolf 2017“ beschmutzt wurde, das in Litauen vom 12. bis zum 24. Juni unter Beteiligung von 5300 Militärs aus zehn Nato-Ländern stattfindet, so muss man wohl sagen, dass die litauischen Ordnungshüter viel zu hart vorgegangen sind. Natürlich gelten die litauischen Anstandsnormen und Verkehrsregeln nicht für die Nato: Erst am Dienstag hat in der Stadt Marijampolė ein Hummer-Geländewagen mit US-amerikanischen Insassen, der auf einer Nebenstraße fuhr, ein Fahrzeug mit vier jungen Frauen gerammt. Und vor wenigen Wochen hatte es in Jonava eine große Schlägerei unter Nato-Soldaten gegeben. Es ist kein Zufall, dass einige Litauer inzwischen auf Waffen zurückgreifen, um sich gegen die Nato-Militärs zu wehren.

    Im Februar hatte die Polizei in Klaipėda fünf betrunkene Soldaten aus den Mitgliedsländern der Allianz wegen einer Schlägerei festgenommen, die mit Elektroschockern „beruhigt“ werden mussten. Zuvor hatten mehrere US-Soldaten die Flagge vom Gebäude der Staatsanwaltschaft in Kaunas gerissen und geschändet.

    Der Bürgermeister der lettischen Stadt Ventspils, Aivars Lembergs, schickte sogar einen Brief an den Nato-Generalsekretär, in dem er unter anderem schrieb:

    „Die Nato-Matrosen benehmen sich in Ventspils wie Schweine, weil sie lettische Gesetze und die Selbstverwaltungsregeln Ventspils‘ ignorieren. Sie waren betrunken und pinkelten und übergaben sich in der Öffentlichkeit. (…) Zudem pflückten sie Blumen von Beeten, um sie Prostituierten zu schenken. Sie verhielten sich wie Okkupanten, die Lettlands Souveränität und Gesetze nicht anerkennen.“

    Die baltischen Länder werden in letzter Zeit immer mehr militarisiert, und dortige Beamte mussten sich schon häufiger bei ihren Mitbürgern für die großen Mengen an Kriegsgerät auf den Straßen entschuldigen. Die offensichtlichen Gefahren, die mit den Militärmanövern auf einem sehr kompakten Territorium (Lettland ist beispielsweise nur 65.000 Quadratkilometer groß) verbunden sind, werden als unentbehrliche Sicherheitsmaßnahmen gedeutet. So behaupten die Organisatoren der Übung „Eiserner Wolf 2017“, dass dadurch der Bereitschaftsgrad der Soldaten aus dem internationalen Nato-Bataillon in Litauen sowie ihre Fähigkeit zum Zusammenwirken mit polnischen Soldaten der Allianz eingeschätzt werden sollen, indem sie dem „aggressiven Russland“ gemeinsam widerstehen würden. In diese Gegend werden Abteilungen der US-Marineinfanterie samt Panzern, Haubitzen und Humvee-Fahrzeugen (insgesamt 156 Einheiten) verlegt, „um dieses und die anderen baltischen Länder zu unterstützen“.

    Das ist zwar ein „Message“ an Russland, aber US-Panzer befinden sich auf litauischem Boden, zerstören den litauischen Asphalt, und die 5000 Nato-Soldaten stören die Einwohner Litauens. Und schließlich könnten die baltischen Länder und nicht die USA die „Zielscheibe“ für die russischen Iskander-Raketen im Gebiet Kaliningrad im Falle einer Anspannung der internationalen Situation werden.

    Dieses unfaire Bündnis der USA und der kriselnden Länder Osteuropas, das offensichtlich gegen Russland gerichtet ist, stört wohl kaum jemanden. Für die Unterstützung des „starken Amerikas“ scheinen alle Mittel recht zu sein. Und deshalb vernachlässigt die Nordatlantische Allianz unverhohlen die Interessen der baltischen Länder.

    Nato-Manöver werden hier nahezu permanent abgehalten: Allein für dieses Jahr sind insgesamt 16 Übungen geplant. Das ist ein klares Zeichen: Russland sollte als Feind wahrgenommen werden. Aber warum denn eigentlich?

    Die Zeitschrift „Foreign Policy“ gab die klare Antwort darauf: „Für die Förderung des starken Amerikas brauchen wir eine starke Nato.“ Wenn ausgerechnet das das offizielle Ziel der Nato ist – und nicht die Verteidigung ihrer Mitglieder, was auch auf der offiziellen Website der Allianz geschrieben steht – dann wird klar, warum sich die Nato so frech verhält.

    Die Meinung des Autors muss nicht mit dem Standpunkt der Redaktion übereinstimmen.

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    Tags:
    Militär, Folgen, Übungen, NATO, Litauen, Russland, USA
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