07:39 22 August 2017
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    Heißer-Draht (Symbolbild)

    Der „heiße Draht“ des IS: Experte erläutert interne Terror-Kommunikation

    © REUTERS/ Dado Ruvic
    Politik
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    Die Mitglieder der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS, Daesh) legen großen Wert auf Anonymität und Erreichbarkeit, so der Vizevorsitzende der Kommission für internationale Beziehungen der Gesellschaftskammer Russlands, Maxim Grigorjew. Aus dem Grund sollen sie ihre Kommunikation fast komplett auf den Kurznachrichtendienst Telegram verlegt haben.

    Die Terroristen verwenden demnach anonyme Kanäle auf Telegram für Propaganda, Unterhaltung und zum Verbreiten von Foto- und Videomaterialien. Wie Grigorjew in einem Gespräch mit dem Nachrichtenportal Lenta ausführte, findet das Anwerben neuer Mitglieder und die Koordination von Aktivitäten vor Ort ebenso über die App statt.

    „Das wichtigste aber ist: Telegram vereinfacht die Kontaktaufnahme mit Terroristen. Es reicht aus, den Kanal zu finden, ihm zu folgen und eine Nachricht an seine Administratoren zu schicken. Außerdem wurden unsere Experten direkt von Dschihadisten angeschrieben, als sie anfingen, einigen Kanälen zu folgen“, so Grigorjew.

    Des Weiteren betonte er, dass das Problem durch einen Gesetzentwurf gelöst werden könnte, der Ende Mai die erste Lesung in der russischen Staatsduma (Parlamentsunterhaus) erfolgreich durchlaufen habe. Dieser sehe ein Verbot der Anonymität in Kurznachrichtendiensten vor. „Das ist eine sehr richtige und für die Gewährleistung der Sicherheit des Staates erforderliche Initiative. Sicherlich unterstützt der Großteil der Menschen diese Initiative“, fügte Grigorjew hinzu.

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    Tags:
    Terror, Kontakt, Vorbeugung, Kriminalität, Anonymität, Kommunikationskanäle, Telegram, Islamischer Staat, IS, Staatsduma, Gesellschaftskammer Russlands, Moskau, Russland
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