16:03 21 September 2017
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    Die Streitkräfte der Republik China

    China hat im Südchinesischen Meer bereits gesiegt – Militärexperte

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    Politik
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    Bei der Einschätzung der US-Pläne und eines möglichen Vorgehens gegen China muss laut dem Militärexperten Wassilij Kaschin berücksichtigt werden, dass die Chinesen anscheinend mehr über die Pläne und Absichten der USA wissen, als die Amerikaner über die chinesischen Pläne.

    In einem Artikel des Experten des amerikanischen Rates für auswärtige Beziehungen Ely Ratner auf dem Portal „Foreign Affairs“ gibt es eine Reihe von Vorschlägen, wie die USA die chinesische Expansion im Südchinesischen Meer stoppen könnten. Wie Kaschin gegenüber der Nachrichtenagentur Sputnik sagte, sind diese Empfehlungen nicht besonders realistisch.

    Laut bekannten Leaks aus den US-Staatsstrukturen in Medien ist das amerikanische Aufklärungsnetzwerk in China überwiegend zerstört. Dies zwinge anzunehmen, dass China seinen eigenen Agenten im Innersten der amerikanischen Geheimdienste habe. Es sei auch bekannt, dass im vorigen Jahr die chinesischen Geheimdienste ins US-Außenministerium eingedrungen sein können.

    Das Ziel von Peking im Südchinesischen Meer sei offenbar nicht die Umsetzung der Ansprüche auf 90 Prozent der Gewässer dieses Meeres. Übrigens seien diese Ansprüche nie vollständig juristisch geregelt worden.

    Seine reale Aufgabe sei eine effektive militärische Kontrolle über diese Gewässer, die mittels der Eroberung einer Reihe von Schlüsselpunkten und der Schaffung der nötigen Infrastruktur dort realisiert werde.

    Solche Maßnahmen wie die Intensivierung der Beziehungen mit den Staaten Südostasiens, die Verlegung von US-Kräften dorthin und die Schaffung von Alternativen zum chinesischen Wirtschaftseinfluss in der Region könnten theoretisch funktionieren. Aber sie können Kaschin zufolge in der aktuellen innenpolitischen Situation in den USA nicht realisiert werden.

    Der Prozess der Entscheidungsfindung in den USA sei weitgehend durch den Kampf zwischen dem Präsidenten und einem wesentlichen Teil der föderalen Bürokratie sowie dem Kongress blockiert. Die Trump-Administration sei gezwungen, im Großen und Ganzen die Asienpolitik der Administration des ehemaligen Präsidenten Barack Obama zu wiederholen. Dies werde aber in einer schwächeren Form wegen des Ausstiegs aus der Transpazifischen Partnerschaft getan.

    Kein südostasiatisches Land ist derzeit laut dem Experten zu einer drastischen Verschlechterung der Beziehungen mit China bereit, selbst wenn sie eine Stütze in der Allianz mit den USA haben. Die Bedeutung der Beziehungen mit China sei normalerweise für sie höher als diese mit den USA.

    Die chinesische Politik versetzt sie demnach nicht in Begeisterung, aber sie sieht im Unterschied zur US-Politik verständlicher, konsequenter und vorhersehbarer aus.

    Falls die USA tatsächlich China im Südchinesischen Meer herausfordern wollten, wäre ein Erfolg möglich, wenn sie eine Reihe der Prinzipien der Entscheidungsfindung korrigieren und ihre Einstellung zu den Ländern der Region ändern würden. Derzeit sind die USA dazu kaum bereit, so der Experte.

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    Tags:
    Ansprüche, Geheimdienste, Kontrolle, Beziehungen, Expansion, Politik, Donald Trump, Barack Obama, Asien, Südchinesisches Meer, USA, China
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