17:34 20 September 2020
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    Die gemeinsamen Übungen von Russland und China im kommenden Monat hat der Militärexperte Wasilij Kaschin in einem Sputnik-Interview als wichtige Wende in den bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Ländern kommentiert.

    Am Montag war ein chinesischer Schiffsverband vom Hafen Sanya in der chinesischen Provinz Hainan in Richtung Ostsee aufgebrochen, wo er die gemeinsamen Manöver mit Russland abhalten wird.

    „Erneut zeigen Russland und China, ohne den Abschluss eines formalen Bündnisses zu beabsichtigen, dass das Niveau ihrer Kooperation im militärischen Bereich faktisch dem Niveau zwischen Verbündeten entspricht“, so Kaschin.

    US-Flugzeugträger USS Gerald R. Ford
    © AP Photo / Mass Communication Specialist 2nd Class Ridge Leoni/U.S. Navy
    An den Seeübungen „Maritimes Zusammenwirken 2017“ werden der modernste Zerstörer Changsha, Projekt 052D, zusammen mit der Fregatte Yuncheng, Projekt 054A, und einem Marine-Versorgungsschiff teilnehmen. Die erste Phase der Manöver findet in der Ostsee im Juli statt, die zweite – im Japanischen und im Ochotskischen Meer.

    Die diesjährigen Flottenmanöver sind dem Experten zufolge eine logische Fortsetzung der vorherigen Seeübungen, wie „Joint Sea 2016“ (auf Deutsch etwa „Maritimes Zusammenwirken 2016“) im Südchinesischen Meer. Das ist bereits das sechste russisch-chinesische Manöver seit 2012.

    „Chinesische Kriegsschiffe besuchten das Baltikum auch früher. Im Oktober 2015 war ein dem diesjährigen ähnlich zusammengesetzter Schiffsverband (ein Zerstörer des Projekts 052C, eine Fregatte und ein Transportschiff) in Polen zu einem Besuch guten Willens“, so Kaschin.

    2016 hatten russische und chinesische Kampfschiffe erfolgreich Elemente der U-Boot-Abwehr geübt. Auch Kampfhubschrauber hatten an den Flottenmanöver teilgenommen. Auch 2015 hatten die beiden Länder Seemanöver in zwei Phasen abgehalten.

    „Diesmal finden die Übungen im Baltikum statt, also im Zentrum der Spannungen und Widersprüche zwischen Russland und der Nato. Hier gibt es regelmäßig Berichte über die Manöver, Flugzeugabfangen und Aufklärungsflüge“, betonte der Experte.

    Man könne zwar feststellen, dass die gemeinsamen russisch-chinesischen Manöver immer näher an die potentiellen „Gefahrenherde“ an der Grenze zwischen den beiden Ländern abgehalten werden. Dies passiere jedoch parallel zu der Zunahme an Präsenz von europäischen US-Verbündeten in Asien, so Kaschin. „2016 aktivierten Großbritannien und Frankreich drastisch ihre Politik im Pazifik und nahmen zudem eine gegenüber China kritische Position in Bezug auf die Streitigkeiten im Südchinesischen Meer ein“, erinnerte der russische Militärexperte.

    Nicht zu vergessen sei, dass China über eine sehr große Seeflotte verfüge, die für Aktivitäten in abgelegenen Gebieten des Weltozeans bestimmt sei.

    „Die chinesische Flotte meistert schrittweise den Atlantischen Ozean, und die Manöver in der Ostsee zusammen mit den langen Seefahrten in diese Region werden es den Besatzungen ermöglichen, sich mit den örtlichen Bedingungen vertrauter zu machen“, so Kaschin. Man kann dem Experten zufolge zudem vermuten, dass nach den Schiffen auch chinesische Atom-U-Boote im Nordatlantik auftauchen werden, was die seemilitärische Situation in der Region „angeregter“ machen werde.

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    Tags:
    Provokaitonen, Fregatte, Antwort, Zerstörer, Seemanöver, Manöver, NATO, Südchinesisches Meer, Baltikum, Ostsee, Russland, China