11:52 13 Dezember 2017
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    INF-Vertrag: Das wird Moskau zum Wettrüsten veranlassen - Verteidigungspolitiker

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    Ein Ausstieg der Vereinigten Staaten aus dem Vertrag über nukleare Mittel- und Kurzstreckensysteme wird Russland wider Willen zur Teilnahme am Wettrüsten veranlassen, teilte der Vizechef des Verteidigungsausschusses des russischen Parlamentsunterhauses, Juri Schwitkin, am Sonntag mit.

    Am Samstag hatte die US-Zeitung „Politico“ unter Berufung auf Mitglieder des US-Kongresses berichtet, dass dem Weißen Haus ein Gesetzentwurf zum Ausstieg aus dem INF-Vertrag vorgelegt worden sei.

    „Selbstverständlich sind wir keine Befürworter des Wettrüstens. Doch das (ein Ausstieg der USA) könnte Anlass dazu geben“, teilte er gegenüber Sputniknews mit.

    Moskau werde nicht tatenlos zusehen, wie Verträge gebrochen und Angriffswaffen stationiert werden, und treffe entsprechende Maßnahmen.

    Der INF-Vertrag war 1987 von der Sowjetunion und den USA unterzeichnet worden und 1988 in Kraft getreten.

    Demnach hatten sich die Parteien verpflichtet, aller ballistischen Raketen mittlerer und kurzer (zwischen 500 und 5500 Kilometern) Reichweite zu vernichten. Russland und die USA werfen sich gegenseitig vor, gegen den Vertrag zu verstoßen.

    Zuvor hatte das russische Außenministerium Besorgnis darüber geäußert, dass Russland für die Störungen bei der Normalisierung der bilateralen Beziehungen, insbesondere zum Thema INF-Vertrag, verantwortlich gemacht werde.

    Im vergangenen Jahr hatte Russlands Außenminister Sergej Lawrow gesagt, Moskau habe den USA mehrmals „konkrete Konsultationen“ angeboten, um von der amerikanischen Seite Fakten statt „unbegründete Anschuldigungen“ zu erhalten. Vorerst ist es allerdings nicht zu solchen Kontakten gekommen.

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    Tags:
    INF-Vertrag, USA, Russland
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