15:46 16 Dezember 2017
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    Altkanzler Gerhard Schröder und SPD-Chef Martin Schulz

    Altkanzler Schröder appelliert an Schulz: "Gute Beziehungen zu Russland"

    © AFP 2017/ Sascha Schuermann
    Politik
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    Auf der Bundesparteitag der SPD in Dortmund trat am Sonntagvormittag Altkanzler Gerhard Schröder an das Rednerpult. Vor den Augen von 600 Delegierten und weit mehr als tausend Besuchern sprach er Kanzlerkandidat Martin Schulz Mut zu. Vor allem bei dem Thema Außenpolitik verzichtete Schröder dabei nicht auf den erhobenen Zeigefinger.

    Altkanzler Gerhard Schröder erntete bei seinem Auftritt in der Dortmunder Westfalenhalle viel Applaus. Sein Redebeitrag sollte Balsam auf der sozialdemokratischen Seele sein. Dabei machte er seinen Genossen Mut für die kommenden Monate: Bis zum September sei es "eine lange Zeit, um die Stimmung zu drehen". Schröder erinnerte an den Wahlkampf 2005, in dem die Partei 20 Prozent aufholte, auch wenn es am Ende nicht ganz reichte, um an der Regierung zu bleiben.

    Schröder erzählte, er habe vor wenigen Tagen mit  SPD-Urgestein Hans-Jochen Vogel gesprochen, der ihm einen Rat mit auf den Parteitag gegeben habe:

    „Er sagte zu mir: Vergesst nicht die Entspannungspolitik, die gehört einzig und allein der deutschen Sozialdemokratie. Und Ihr, liebe Genossinnen und Genossen, seid die Erben dieser Entspannungspolitik!“  

    Dies sei laut Schröder Teil des kollektiven Bewusstseins. Entspannung könne es aber nur geben, wenn Deutschland vernünftige und gute Beziehungen zum großen Nachbarn Russland habe:

    „Und in der Tradition der Ostpolitik von Willy Brandt und Helmut Schmidt können wir weit mehr erreichen und ich bin mir sicher, Martin wird sich darum bemühen.“

    Abschließend wandte sich Altkanzler Schröder noch eimal ganz persönlich an Martin Schulz. Dabei zitierte Schröder den ehemaligen SPD-Kanzler Helmut Schmidt, der diese Worte im Jahr 1998 bereits an Schröder selbst gerichtet habe:

    „Ich wünsche Dir, Du wirst ein Bundeskanzler werden, der zugleich mit Weitblick und mit Augenmaß die richtige Politik bestimmt. Ich wünsche Dir die Tapferkeit, das Notwendige auch dann zu tun, wenn es zunächst unpopulär ist.“

    Schulz könne Verantwortung übernehmen und "Druck aushalten", so Schröder. Eine Fähigkeit, die er im Kanzleramt noch viel mehr brauchen werde. Auf dem Bundesparteitag der SPD in Dortmund beschließt die SPD ihr Wahlprogramm für die Bundestagswahl 2017. Ihren Schwerpunkt setzt die Partei dabei auf die Frage der sozialen Gerechtigkeit.
     
    Bericht: Marcel Joppa

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    Tags:
    Druck, Politik, Beziehungen, Bundestagswahl, SPD, Martin Schulz, Gerhard Schröder, Russland, Dortmund
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