00:29 16 Dezember 2017
SNA Radio
    Ein Leibwächter von dem türkischen Präsident Recep Tayyip Erdogan (Archivbild)

    G20-Gipfel: Berlin will Erdogans Prügel-Leibwächter nicht – Medien

    © AP Photo/ Emilio Morenatti
    Politik
    Zum Kurzlink
    G20-Gipfel in Hamburg (123)
    0 1722

    Nach dem gewaltsamen Vorgehen von Sicherheitskräften des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gegen Demonstranten in Washington hat das deutsche Auswärtige Amt von der Türkei gefordert, bestimmte Erdogan-Leibwächter nicht nach Deutschland zu schicken, wie die „Welt am Sonntag“ berichtet.

    Wie das Blatt unter Berufung auf entsprechende Berichte von Regierungsvertretern schrieb, standen auf der Namensliste von Erdogans Begleitern für Hamburg mehrere Leibwächter, gegen die die US-Justiz nach deren Angriffen im Mai Haftbefehle erlassen hatte. In diesem Zusammenhang habe das Auswärtige Amt der Türkei deutlich gemacht, dass die betreffenden Sicherheitsleute nicht nach Deutschland kommen sollten.

    Der G20-Gipfel soll in Hamburg am 7./8. Juli stattfinden.

    Die Justiz der USA hatten Mitte Juni Haftbefehle gegen zwölf Sicherheitsbeamte des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan erlassen.

    Am 16. Mai war es am Rande des Besuches des türkischen Präsidenten in Washington zu einer heftigen Schlägerei zwischen Gegnern und Unterstützern Erdogans gekommen. Nach Angaben von Rettungskräften mussten neun Menschen in ein Krankenhaus gebracht werden, zwei von ihnen erlitten schwere Verletzungen.

    Viele Protestteilnehmer hatten Fahnen der syrisch-kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) mit sich getragen. Wie Augenzeugen berichteten, hatten die Sicherheitsleute von Erdogan die Demonstranten attackiert. Die USA unterstützen im syrischen Bürgerkrieg die syrische Kurdenmiliz YPG, was von türkischer Seite heftig kritisiert wird. Ankara sieht die Kurdenmiliz als Terrororganisation, da sie als syrischer Ableger der verbotenen türkischen Arbeiterpartei PKK gilt.

    Themen:
    G20-Gipfel in Hamburg (123)

    Zum Thema:

    Linksextreme: Anschläge auf Bahnanlagen als Protest gegen G20
    Polizist kritisiert: "Millionen Euro für Polizei-Einsatz beim G20-Gipfel verheizt"
    Merkel zügelt Hoffnungen auf G20
    Nach Schlägerei vor türkischer Botschaft: USA klagen Bodyguards von Erdogan an
    Tags:
    Leibwächter, G20-Gipfel in Hamburg, Das Auswärtige Amt Deutschlands, Recep Tayyip Erdogan, Türkei, Hamburg, Deutschland