22:56 22 Oktober 2017
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    Donald Trump während der Wahlkampagne mit seinem Berater Paul Manafort und Tochter Ivanka Trump (Archivbild)

    „Wahleinmischung“: US-Autor entlarvt „CIA-Komplott“ gegen Putin

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    Das Buch „Die Verschwörung, die Russland zum Sündenbock macht: Wie CIA und der Staat im Staat ein Komplott zur Verleumdung Putins schmiedeten“ („The Plot to Scapegoat Russia: How the CIA and the Deep State Have Conspired to Vilify Putin“) ist in den USA erschienen, so der Verfasser des Buchs Dan Kovalik.

    Der Verfasser ist US-Journalist, Jurist und Aktivist der Bewegung für den Frieden sowie Professor der Rechtswissenschaften an der University of Pittsburgh in Pennsylvania.

    Kovalik kritisiert die Konfrontation zwischen den USA und der Sowjetunion während des Kalten Krieges und schreibt, dass die USA sich weiter in die inneren Angelegenheiten Russlands einmischten, ihre Versprechen brachen und versuchten, Moskau zu demütigen. Ihm zufolge handelt es sich bei den jetzigen Diskussionen über „russische Hacker“ um den Versuch, Moskau zum Sündenbock zu machen, der zu einer neuen gefährlichen Konfrontation mit Russland führen kann.

    „Ich sehe keine Bedrohung in Russland… Ich bin kein Anhänger von Trump, habe für ihn nicht gestimmt, ich bin ein Liberaler, der zu linken Ansichten neigt, doch ich meine weiterhin — Wahrheit ist Wahrheit und Lüge ist Lüge“, sagte Kovalik.

    Die USA werfen Russland die Beteiligung am Hackerangriff auf Datenbanken der Demokratischen Partei und Übergabe der Daten an WikiLeaks 2016 vor. Die bei der Wahl unterlegenen Demokraten sagten, dass die Veröffentlichung der Korrespondenz zur Niederlage Clintons und zum Sieg Trumps führte. Die USA haben keine Ergebnisse einer offiziellen Untersuchung vorgelegt. Russland weist die Vorwürfe zurück und bezeichnet sie als „absolut unbegründet“.

    „Es wird keine Beweise geben“

    Laut Kovalik sind die Vorwürfe gegen Russland aus mehreren Gründen zweifelhaft – die veralteten Methoden der Hacker, das Vorhandensein von Technologien beim CIA, die Hackerangriffe als ausländische Handlungen tarnen, die Ablehnung der Demokraten, dem FBI den Zugang zu den gehackten Servern bereitzustellen. Zudem vermutet Kovalik, dass es sich auch um Leaks beim Nationalen Demokratischen Ausschuss handeln könne.

    Kovalik zufolge werden keine Beweise für eine Beteiligung Russlands an Hackerangriffen vorgelegt. Die Frage, ob es russische Hacker gegeben hat, interessiert schon kaum jemanden – die Untersuchung wird sich darauf konzentrieren, ob Präsident Trump die Untersuchung verhindern wollte.

    „Neue McCarthy-Ära“

    Kovalik vergleicht die jetzige Untersuchung zur „russischen Einmischung“ im FBI und Kongress mit der McCarthy-Ära am Ende der 40er- und Mitte der 50er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts, als antikommunistische Stimmungen in der Gesellschaft und in der Politik zur Suche nach „antiamerikanisch gestimmten Bürgern“ führten. In der McCarthy-Ära stießen viele Beamte und gesellschaftliche Persönlichkeiten auf Repressalien unter dem Vorwand von Sympathien für den Kommunismus.

    Selbst wenn „russische Hacker“ tatsächlich für die Hackerangriffe auf US-Computer verantwortlich gewesen wären, glaubt niemand in den USA, dass dies die Wahlen hätte beeinflussen können. Dabei gibt Kovalik zu, dass die Kampagne gegen Russland auch die Aufgabe erfüllt habe – Präsident Trump an der Verbesserung der Beziehungen zu Russland zu hindern.

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