17:29 21 April 2018
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    Die US-unterstützten radikalen Gruppierungen in Syrien

    Invasion statt Kampf: USA setzen auf „angefütterte“ radikale Gruppen

    © REUTERS / Rodi Said
    Politik
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    Für die Amerikaner ist grundsätzlich wichtig, dass es im Nahen und Mittleren Osten immer „angefütterte“ radikale Gruppierungen gibt, ist der russische Militärexperte Boris Podoprigora überzeugt.

    Von Washingtons Plänen, die Aufnahme der regionalen al-Qaida- und IS-Ableger in die UN-Liste der Terroristen voranzubringen, sprachen Quellen in russischen diplomatischen Kreisen.

    Und obwohl das Pentagon laut US-Gesetzen auch jetzt zu Spezialeinsätzen in anderen Ländern berechtigt ist, würde die Erweiterung der UN-Terroristenliste nach Auffassung mancher Experten es den Amerikanern ermöglichen, ihre Einmischung in die Angelegenheiten anderer Länder zu legitimieren. Dann würden die US-Truppen nämlich zusätzliche Vollmachten bei der Planung von Einsätzen bekommen. Russland, Ägypten und mehrere andere Länder treten allerdings entschieden gegen die neue Initiative der USA auf.

    „Ich denke, die Amerikaner sehen von Anfang an keine Notwendigkeit in der Vernichtung des internationalen Terrorismus in dem Sinne, in dem der Begriff ‚internationaler Terrorismus‘ früher durch ‚Hitler-Faschismus‘ oder ‚japanischer Militarismus‘ ersetzt wurde“, hat die Website rueconomics.ru Podoprigora zitiert. „Die Amerikaner sehen in radikalen Organisationen von Anfang an ihre zwar zeitweiligen, aber immerhin Mitkämpfer. Das ist unter anderem daran zu sehen, dass entsprechende Normen festgelegt werden.“

    Die Amerikaner schlagen vor, einige Terroristen als „gute“ und andere als „schlechte“ gelten zu lassen. So bestehe die al-Nusra-Front aus Kämpfern, die zuvor aus der al-Qaida verdrängt worden seien, weil sie enorm „terrorsüchtig“ gewesen seien, so der Experte. Aber gleichzeitig sei die al-Qaida ein Verbündeter der USA. Jedenfalls werde sie von Washington unverhohlen patroniert, „so dass sogar in ihren Reihen amerikanische Militärberater ernannt werden“.

    In Ägypten glaubt man, dass die Aufnahme des regionalen al-Qaida-Ablegers in die internationale UN-Terroristenliste bedeuten würde, dass die dortigen Behörden nicht in der Lage seien, die Terroristen ohne Unterstützung von außerhalb in den Griff zu bekommen.

    Podoprigora besteht darauf, dass für die Amerikaner der weitere Aufenthalt ihrer „angefütterten“ radikalen Gruppierungen grundsätzlich wichtig sei.

    Und obwohl die UN-Vollversammlung vor einigen Tagen die Bildung einer Anti-Terror-Verwaltung innerhalb der Vereinten Nationen beschlossen hat, ist und bleibt das Problem Klassifizierung der terroristischen Strukturen akut. Nicht alle Länder sind bereit, diese oder jene Gruppierungen als Terroristen anzuerkennen.

    „Meines Erachtens wird die Anti-Terror-Struktur der Uno kaum etwas verändern können. Solange die ganze Weltgemeinschaft keine gemeinsame Motivation hat, wie die Anti-Hitler-Koalition sie hatte, werden wir den Terroristen weder mit irgendwelchen Verwaltungen noch durch die Aufteilung verschiedener Territorien in diese oder jene Sektoren bezwingen können.

    Für den Anfang sollten die islamischen Monarchien auf jedwede Unterstützung der radikalen islamistischen Strömungen, Gruppierungen und Einheiten verzichten. Aber aktuell ist so etwas kaum realistisch. Wir können unendlich lange von der Terrorgefahr sprechen, doch solange Saudi-Arabien einer der größten Sponsoren verschiedener Gruppierungen bleibt, kann der Terrorismus nicht ausgerottet werden“, resümierte Boris Podoprigora.

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    Tags:
    Terrorbekämpfung, Experte, Unterstützung, Terrorismus, UN, Terrormiliz Daesh, Al-Qaida, USA
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