Widgets Magazine
18:26 23 Oktober 2019
SNA Radio
    US-Raumgleiters X-37B

    Space Corps und Raumgleiter: Ideen für US-Militär schüren Wettrüsten-Visionen

    © Foto : U.S. Air Force/Michael Stonecypher
    Politik
    Zum Kurzlink
    3299
    Abonnieren

    Im US-Kongress kursiert die Idee eines Weltraum-Korps. Russische Experten befürchten zunehmende Aktivitäten des Pentagons im Weltall und dadurch ein neues Wettrüsten. In diesem Zusammenhang betrachtet der TV-Sender Swesda insbesondere die Mission des US-Raumgleiters X-37B.

    In seiner Onlineausgabe stellt der russische Sender fest:

    „Seit Jahren wurde in den Vereinigten Staaten geplant, eigene Luft- und Weltraumstreitkräfte aufzustellen. Doch aus bestimmten Gründen gelang dies bisher nicht (…) Die Situation fang an, sich merklich zu ändern, als der Raumgleiter X-37B am 22. April 2010 seinen Erstflug absolvierte. Sein Hauptbetreiber war die US-Luftwaffe. Die Idee, eine separate Truppengattung mit Fachleuten und Raumflugkörpern zu bilden, gewann an Deutlichkeit.“

    Der Sender bezieht sich auf die jüngste Initiative im US-Kongress. Die Kongressabgeordneten Mike Rogers und Jim Cooper, die jeweils der Republikanischen und der Demokratischen Partei angehören, hatten kürzlich für die Gründung eines sogenannten Space Corps im Zuständigkeitsbereich der Air Force plädiert. Sie betrachten diese Maßnahme als „ersten, aber kritisch wichtigen Schritt“, um die nationale Sicherheit im Weltraum zu gewährleisten. Wie spacenews.com erläutert, soll das vorgeschlagene Korps organisatorisch mit dem Marine Corps vergleichbar sein.

    In seinem Kommentar weist der Sender darauf hin, dass die aktuelle Zahl der funktionierenden Militärsatelliten sowohl in den USA als auch in Russland geheim gehalten werde. Diese Satelliten seien für Beobachtung und Kontrolle zuständig. Doch nach jenem Flug des US-Raumgleiters könne das Pentagon seine Ansichten revidieren. Manche internationale Expertenteams seien der Meinung, dass das X-37B-Programm darauf abziele, Möglichkeiten zur Zerstörung von Raumflugkörpern zu prüfen.

    Der russische Militärexperte Juri Ljamin sagte dem Sender:

    „Einen Verstoß gegen die grundlegenden internationalen Verträge, die die Militarisierung der Weltraums einschränken, werden die Vereinigten Staaten in den nächsten Jahren vielleicht nicht wagen. Die Konsequenten wären ja allzu unvorhersehbar. Doch nach Tests und Starts von Raumflugkörpern, die (wenn auch theoretisch) fähig wären, Satelliten außer Gefecht zu setzen, könnte fast sicher ein Wettrüsten im Weltall beginnen. Denn Russland und China werden gezwungen sein, solche Bedrohungen zu beantworten.“

    Alexander Perendschijew, ebenfalls Militärexperte, schloss nicht aus, dass die USA nun aus dem 1967 geschlossenen internationalen Weltraumvertrag aussteigen könnten. Dann wäre es laut Perendschijew möglich, dass Washington in einer (wenn auch begrenzten) Art und Weise auf sein Programm der Strategic Defense Initiative zurückgreifen könnte, das einst von Ronald Reagan angekündigt worden war.

    Der Sender kommentiert weiter, es werde dem US-Militär trotzdem nicht unbedingt gelingen, den Weltraum nach seinem Gutdünken zu nutzen. Russland und China hätten sich zwar nicht darauf konzentriert, weltraumgestützte Waffensysteme zu entwickeln, es seien ihnen jedoch Fortschritte in Bezug auf Optionen gelungen, um Objekte im All bei Bedarf von der Erdoberfläche aus zu zerstören: „Weithin betrifft dies die russischen Luftabwehrsysteme S-500, die in nächster Zeit den Streitkräften zur Verfügung gestellt werden sollen.“

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Geheimes Raumfahrzeug der US Air Force nach zweijähriger Mission aus dem All zurück
    Karacho-Landung: US-Geheimraumschiff erzeugt Überschallknall über Florida – VIDEO
    Tags:
    Experte, Kritik, Aufrüstung, Weltraum, X-37, US-Kongress, USA