02:19 05 Juni 2020
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    Die Forderung des österreichischen Außenministers Sebastian Kurz, islamische Kindergärten abzuschaffen, bezeichnet der Wiener Vizebürgermeister und stellvertretende Bundesparteiobmann der FPÖ, Johann Gudenus, als Heuchelei.

    „Sebastian Kurz sagt das, was wir schon lange sagen: Wir brauchen keine islamistischen Kindergärten, aber die Partei von Sebastian Kurz hat immer zugestimmt, wenn es um die Geldförderungen für diese Kindergärten gegangen ist. Er widerspricht sich selbst. Ich sage, der Islam gehört nicht zu Österreich, und islamistische Tendenzen haben in Österreich nicht gefördert zu werden.“

    Den Vorwürfen, die FPÖ suche gezielt eine Partnerschaft mit Russland und die Unterstützung Wladimir Putins, konterte der Partei-Vize: „Kleingeistigkeit ist ein Fehler, der überwunden werden muss. Wir halten gute Kontakte zu vielen Ländern, auch zu Russland. Und da ich selbst in Russland studiert habe, Russisch spreche und viele Freunde hier habe, fühle ich mich mit Russland verbunden. Ich bin prinzipiell dafür, dass Völker und Länder miteinander reden und nicht einander ausgrenzen sollten.“

    Nationalistische Euroskeptiker?

    Im Sputnik-Interview mit Nikolaj Jolkin betonte Gudenus: „Wir sind die proeuropäischste Partei, und wenn man Pro-Europäer, aber auch Patriot ist, muss man EU-kritisch sein. Das ist notwendig, wenn man ein denkender Mensch ist. Da muss man auch zweifeln und kritisieren, sonst wäre man kein denkender Mensch. Cogito ergo sum — ich zweifle, also bin ich. Deswegen muss man auch immer, als kritischer Mensch, Fragen stellen dürfen und kritisch sein, weil man sich sonst nicht weiterentwickeln kann.“

    FPÖ-Demo in Klagenfurt, Österreich (Archivbild)
    © AFP 2020 / Alexander Klein

    Wiens FPÖ-Klubchef beteiligte sich in Moskau an der Präsentation des Buches „Das neue Europa Wladimir Putins“ des politischen Analysten Stanislaw Byschok. Gudenus kommentierte in diesem Zusammenhang, wie nun das Russland des amtierenden russischen Präsidenten von diesem neuen Europa wahrgenommen werde. Er glaubt eigenen Angaben nach, dass Russland ein starker Partner für die Europäische Union sein sollte.

    „Die Europäische Union tut aber leider alles, um Russland immer weiter wegzustoßen. Russland und der Präsident Wladimir Putin haben schon oft die Hand zu einem vertiefenden Dialog und zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit gereicht. Leider sieht es die Europäische Union anders. Nun ist es meine Aufgabe und die unserer politischen Partner, genau diese Engstirnigkeit der Europäischen Union zu überwinden.“

    Vehikel Europäische Union

    Die Europäische Union sei ein Vehikel, um das traditionelle Europa zu zerstören, ist sich der FP-Politiker sicher. „Diesen Eindruck hat man manchmal. Europa ist viel mehr als die Europäische Union. Europa geht eben auch bis hin zu Russland. Und Russland wird aber laufend ausgegrenzt. Die Europäische Union lässt eine Islamisierung zu, Europa braucht aber keine Islamisierung. EU lässt eine Massenzuwanderung aus nichteuropäischen Ländern zu. Das braucht Europa auch nicht. Und deswegen gibt es leider viele Entscheidungen der Europäischen Union, die gegen Europa gerichtet sind.“

    Das komplette Interview zum Nachhören:

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    Tags:
    Partnerschaft, Kritik, Internationale Beziehungen, EU, Wladimir Putin, Sebastian Kurz, Johannes Gudenus, Russland, Österreich