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01:21 12 November 2019
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    Nach Beschuss der Golanhöhen bombardierte Israel syrische Regierungstruppen.

    Im Artillerieduell gegen Syrien überspannt Israel eindeutig den Bogen

    © AFP 2019 / JALAA MAREY
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    Die israelische Armee hat am Donnerstag die syrischen Golan-Höhen bombardiert – zum vierten Mal innerhalb von fünf Tagen. Hinter diesen Attacken steckt aber keine Geopolitik, sondern vielmehr ein banales Imageproblem, wie die Onlinezeitung „Wsgljad“ berichtet.

    Zehn Granaten explodierten am vergangenen Samstag auf israelischen Golanhöhen. Unverzüglich flog die israelische Luftwaffe Angriffe auf die Stellungen der syrischen Armee. Laut syrischen Quellen starben dabei zwei Soldaten, 25 weitere wurden verletzt.

    Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums soll erklärt haben, die israelischen Raketen hätten Panzer der Terrorgruppierung Dschabhat-al-Nusra vernichtet, nicht der syrischen Regierungsarmee. Israel hat diese Information nicht bestätigt.

    Am nächsten Tag wurden die israelischen Golanhöhen von Syrien aus beschossen. Auch diesmal ließ die Antwort der Israelis nicht lange auf sich warten: Sie griffen Stellungen der syrischen Armee bei Quneitra im Südwesten Syriens an, also relativ tief im syrischen Hinterland.

    „Wir gehen entschlossen gegen jedwede Versuche vor, die Souveränität und die Sicherheit unserer Bürger zu gefährden“, begründete ein Sprecher der israelischen Armee die Angriffe. Doch ist das sicherlich nicht der einzige Grund für die Attacken auf syrisches Territorium, wie die Zeitung schreibt.

    Denn die Israelis verfolgen sehr genau die Bewegungen der Artillerie auf allen Seiten des syrischen Konflikts. „Nähert sich jemand mit einem Langrohr der Stadt Quneitra auch nur ein paar Schritte an, werden die Israelis nervös“, so die Zeitung.

    So sollen in mehreren israelischen Ortschaften die Angriffssirenen ausgelöst worden sein, wie Medien berichteten. Später erklärte die israelische Armee, es seien keine Einschlagslöcher von Granaten oder Großkalibergeschossen festgestellt worden. Nach langer und erfolgloser Suche seien lediglich kleinere Einschusslöcher im Zaun eines UNDOF-Lagers entdeckt worden, mehr nicht.

    Später dann wurde klar: Einen Angriffsalarm habe es nicht gegeben, einen Beschuss auch nicht.

    Der Grund dieser ganzen Hektik: Nicht mehr als eine Fata Morgana, schreibt die Onlinezeitung. Da würden die Israelis auch schon Mal bis unweit vor Damaskus schießen. Doch diese Taktik werde von der Mehrheit der israelischen Bevölkerung getragen.

    Diese Unterstützung fuße auch auf dem hervorragenden Image der israelischen Armee. Dieses habe jedoch nach zahlreichen Niederlagen im Libanon und dem Gazastreifen merklich gelitten, schreibt die Zeitung. Die Notwendigkeit, das Image wieder aufzupolieren, sei mit der Grund dafür, dass Israel den Bogen derart überspannt.

    „Es steckt keine Geopolitik hinter den regelmäßigen Schusswechseln und Panzerduellen auf den Golanhöhen. Doch diese lokalen Querelen hindern die syrischen Regierungstruppen daran, sich endlich mit aller Kraft der restlichen Dschihadisten anzunehmen, die sich südlich und westlich von Quneitra verschanzt haben“, so die Zeitung. „Weil die Israelis so nervös reagieren, kann man schwere Artillerie nur mit höchster Vorsicht in die Region verlegen. Ohne die Geschütze aber wird sich niemand auf die Terroristenstellungen stürzen.“

    Dass ein direkter Draht zwischen Jerusalem und Damaskus fehle, erschwere die Lage zusätzlich. Russland tritt als Vermittler zwischen den beiden Parteien auf, im Verständnis dessen, wie solche Duelle ausgehen können. „Aber wirklich effektiv zu arbeiten, wenn die Verbindung ständig unterbrochen wird, die Nerven blank liegen und es um Sekunden geht, ist vorsichtig formuliert, keine leichte Aufgabe“, so die Zeitung.

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    Tags:
    Krieg, Zeitung Wsgljad, IS, Israel, Syrien